Kein gravierendes Fehlverhalten festgestellt

Kreis Olpe..  Frank Beckehoff ist ein besonnener Mann. Der Landrat und Jurist wählt seine Worte stets mit Bedacht. Da glich es schon einem Orkan, als er vor einem Jahr im Förderschulausschuss die Versäumnisse der Bezirksregierung als Obere Schulaufsicht im Zusammenhang mit den skandalösen Vorgängen an der Geschwister-Scholl-Förderschule Schönau anprangerte (wir berichteten). Immer und immer wieder habe der Kreis Olpe seit Mai 2007 Arnsberg über das nicht hinnehmbare Führungsverhalten der damaligen Rektorin informiert.

Der Gipfel der Vorwürfe: das verschwundene Original eines Schreibens Beckehoffs vom 10. Juli 2009 an den damaligen RP Helmut Diegel, in dem der Landrat die Missstände darlegt. Der Verbleib sei in der Bezirksregierung Arnsberg nicht geklärt, so Beckehoff damals. Er gewinne den Eindruck, dass Diegel „in diesem Verfahren eine unrühmliche Rolle gespielt hat.“

Jahrelang geschah nichts. Konsequenzen gab es erst, als Diegel (CDU) nach der verlorenen Landtagswahl gehen musste und durch Prof. Dr. Gerd Bollermann (SPD) ersetzt wurde. Dieser suspendierte die Rektorin am 14. November 2011. Seit Dezember 2011 beschäftigte sich die Innenrevision der Bezirksregierung mit der Aufklärung der Bearbeitung in der Behörde. Wie unsere Zeitung erfuhr, liegt der Abschlussbericht jetzt vor. Dies bestätigte Pressesprecher Dr. Christian Chmel-Menges auf Anfrage.

Gut ein Jahr lang habe sich die Innenrevision mit der Aufarbeitung befasst. Mit 17 Mitarbeitern seien mehrstündige Interviews geführt und 2500 Seiten Akten ausgewertet worden. Dr. Chmel-Menges zum Ergebnis: „Es hat kein gravierendes Fehlverhalten der Mitarbeiter der Bezirksregierung, die mit Schönau befasst waren, gegeben. Es gibt definitiv keine Hinweise auf korruptives Verhalten, dass Infos unter den Tisch gefallen sind oder Personen an der Schule geschützt worden sind. Deshalb sind im Nachhinein auch keine personellen Konsequenzen notwendig.“

Bei der detaillierten Untersuchung habe sich aber ergeben, dass Abläufe und Organisationen mit dem Umgang von Aufsichtsbeschwerden optimiert werden müssten. So müsse die Kommunikation innerhalb der Bezirksregierung verbessert werden. Zudem habe es dort in diesen sensiblen Dezernaten zu viel personelle Fluktuation gegeben. Man werde künftig auch größeren Wert legen auf eine engere Kommunikation zwischen Unterer und Oberer Schulaufsicht, wenn Probleme in Schulen auftauchen: „Das hätte in Schönau dafür sorgen können, dass manche Abläufe schneller hätten gehen können.“

Zum Verschwinden von Beckehoffs Brief an Diegel, sagte Dr. Chmel-Menges auf Nachfrage: „Es gibt keine Erklärung dafür.“ RP Bollermann entschuldige sich aber per Fax ausdrücklich bei Beckehoff, dass das Original des Schreibens in der Bezirksregierung nicht mehr aufzufinden sei: „Herr Bollermann hat das zwar nicht zu verantworten, aber er entschuldigt sich im Namen der Bezirksregierung.“

 
 

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