Kaum Wohnungen für Flüchtlinge in Olpe

Muhanad Takenja wäre gerne in Olpe geblieben, doch an bezahlbaren Wohnungen mangelt es.
Muhanad Takenja wäre gerne in Olpe geblieben, doch an bezahlbaren Wohnungen mangelt es.
Foto: lup
Der syrische Sportlehrer Muhanad Takenja hat es geschafft. Er ist jetzt offiziell als Asylbewerber anerkannt. Trotzdem ist er traurig. Denn er muss Olpe verlassen, weil er keine Wohnung gefunden hat.

Olpe.. Lütringhauser Weg. Nicht unbedingte eine bevorzugte Wohngegend. Die Wohnungen sind belegt mit Flüchtlingen, Asylbewerbern und solchen, deren Anerkennungsverfahren bereits gelaufen ist. Es dauert oftmals Monate, bis sie nach der Anhörung in Bielefeld endlich als Asylbewerber anerkannt werden. So auch bei Muhanad Takenja, der mit Mutter, Bruder und Schwester endlich aufatmen kann.

Und dennoch macht der 34-Jährige einen traurigen Eindruck an seinem letzten Tag in Olpe. Er ist gerade nach Wetzlar umgezogen. „Ich wäre gerne in Olpe geblieben. Ich habe viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt“, so der „gelernte“ Sportlehrer mit siebenjähriger Berufserfahrung und Basketballfan aus Syrien. „Daniel Baethcke ist mein Freund“, ergänzt er sofort. Er würde gerne in Köln an der Sporthochschule sein Studium komplettieren.

Langes Warten auf die Anerkennung

Jetzt aber geht es nach Wetzlar. „Mein Bruder hat dort einen Freund, der hat uns eine Wohnung besorgt“, sieht Takenja die Notwendigkeit des Umzugs ein. In Olpe ist es sehr schwer, eine passende Wohnung zu bekommen, d.h. Größe und Miete müssen stimmen. „Das ist aus verschiedenen Gründen sehr schwierig“, weiß auch Marie Luise Hesse, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Pfarrcaritas St. Marien, die die syrische Familie wie so viele andere aus dem Lütringhauser und Stachelauer Weg betreut.

Seit acht Monaten ist Familie Takenja in Deutschland. Erster Kontakt nach abenteuerlicher Flucht, eingepfercht in einem Lkw, war München, genau zum Oktoberfest – ein Kulturschock. Auf Umwegen dann nach Olpe und langes Warten auf die Anerkennung. Die Behörde in Bielefeld ist überlastet. Schwierigkeiten überall.

In Wetzlar könnte sich für Muhanad Takenja der Wunsch nach Aufbau seines Sportstudiums erfüllen. „Gießen ist mit der Bahn von Wetzlar aus besser erreichbar als Köln von Olpe aus“, hat er sich über die Verkehrsinfrastruktur schon kundig gemacht und gewinnt dem Umzug an die Lahn auch positive Seiten ab. Doch: der Vater in Syrien, seine Verlobte noch in Damaskus. Familienzusammenführung sieht anders aus. Ungewissheit, Zerrissenheit überall. Und doch sieht Muhanad Takenja in Wetzlar vielleicht etwas Land und hofft auf eine bessere Zukunft..

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