Junge Philharmonie Lennestadt: Eine 10-jährige Erfolgsgeschichte

Die Junge Philharmonie Lennestadt bei der „Night of Sounds".
Die Junge Philharmonie Lennestadt bei der „Night of Sounds".
Foto: WP

Bonzel/Lennestadt.  Untypisch. Ganz ohne Instrumente feierte jetzt die Junge Philharmonie Lennestadt e.V. ihr 10-jähriges Bestehen. Der Vorstand hatte die Mitglieder des Orchesters und ehemalige Vorstandsmitglieder ins Hotel Kramer nach Bonzel eingeladen.

Susanne Krahn, von Anfang an mit dabei und seit vielen Jahren als Beisitzerin im Vorstand tätig, präsentierte Bilder der letzten zehn Jahre. Gründer und Dirigent Michael Nathen und der Vorsitzende Sebastian Behrensmeyer freuten sich, den Musikern mit der Jubiläumsfeier „Danke“ sagen zu können. Bei bester Stimmung wurden viele Anekdoten und gemeinsame Erlebnisse ausgetauscht und bis in den späten Abend hinein gefeiert.

Anlässlich des Jubiläums sprach unsere Zeitung mit Dirigent und Gründer Michael Nathen.

Was war damals der Auslöser für die Gründung der Jungen Philharmonie Lennestadt, kurz JPL?

Nathen: Bernd Heimann und ich hörten 2001 in der Evangelischen Kirche in Altenhundem ein Konzert des Streichorchesters der Musikschule. Während der Vorträge dachte ich, jetzt noch Schlagwerk und einige Bläser dazu und fertig ist ein Sinfonieorchester. Von da an ging ich mit der Idee schwanger.

Nach der Idee begann die Arbeit, Pionierarbeit, oder?

Ja, zusammen mit Bernd Heimann und Jill Johnston begann die Planung. Am Anfang ging es darum eine Liste aller möglichen Orchestermitglieder zu erstellen und zu fragen, ob sie mitmachen.

Die meisten waren von der Idee begeistert, nicht nur die Musikerinnen und Musiker, sondern auch das Publikum.

Auf jeden Fall, im November 2012, also vor fast genau 10 Jahren, fand in der Schützenhalle Grevenbrück das Gründungskonzert mit 55 Aktiven und 860 Zuhörern statt.

Was ist die Philosophie der Jungen Philharmonie Lennestadt?

Dass sich junge und interessierte Leute zusammenfinden, die gemeinsam, unterstützt von erfahrenen Berufsmusikern, sinfonische Musik machen. Wir wollen aber nicht nur Klassik spielen, sondern auch populäre Stücke, eben einen Mix aus vielen Richtungen.

Der Erfolg eilt der JPL voraus. Was waren die herausragenden Auftritte in den letzten 10 Jahren.

Da gibt es viele. Nach dem Gründungskonzert folgte 2003 das Neujahrskonzert in Plettenberg, danach Auftritte im WDR-Fernsehen. Aktuell natürlich die „Night of sounds“ mit den Chören Junger Chor Eslohe, Gaudium und Aviva, die dieses Jahr in Attendorn stattfand. Das war quasi unser Jubiläumskonzert, 2013 wird sie wohl in Medebach stattfinden.

So ein Orchester zu unterhalten, mit Noten auszustatten, Proberäume organisieren, Licht- und Tontechnik, etc. kosten Geld. Wie finanziert sich die JPL?

Aus Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern bei den Konzerten und natürlich aus Sponsorengeldern. Das Teuerste sind die Noten, ein Arrangement für 4 Minuten Musik kostet normalerweise 800 bis 1000 Euro. Aber mittlerweile haben wir 120 Stücke mit bleibendem Wert in unserem Archiv und wir können deshalb mit anderen Orchestern austauschen.

Sind aus der Anfangszeit noch Aktive dabei?

Ja, einige kommen immer wieder gern zu den Projekten. Die schnellen elektronischen Medien wie SMS oder Facebook kommen der Sache entgegen. Bei den Konzerten werden wir bis heute von den Mitgliedern des Collegium Musicum oder anderen Berufsmusikern unterstützt.

Wie sieht Ihr persönlicher Rückblick aus und was wünschen Sie sich für die JPL-Zukunft?

Ich bin stolz und glücklich, dass ich das damals gemacht habe und wünsche mir, dass weiterhin junge Leute, die auf ihrem Instrument fit sind, den Weg zu uns finden und sich von unserer Begeisterung anstecken lassen. Ein Traum wäre der bedingungslose Zugriff auf das Notenarchiv des WDR, aber das wird wohl ein Traum bleiben.

 
 

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