Intelligente Lösungen für die Zukunft suchen

v.l.: Helmut Friedrich (Vice President Phoenix Contact EMobilityGmbH & Co. KG), Volker Milk (RegierungsvizepräsidentBezirksregierung Arnsberg), Prof. Dr. Bernd Künne (Technische Universität Dortmund, Fakultät Maschinenbau) und Arthur Bräuer (Geschäftsführer Arthur Bräuer GmbH & Co. KG)
v.l.: Helmut Friedrich (Vice President Phoenix Contact EMobility</p><p>GmbH & Co. KG), Volker Milk (Regierungsvizepräsident</p><p>Bezirksregierung Arnsberg), Prof. Dr. Bernd Künne (Technische Universität Dortmund, Fakultät Maschinenbau) und Arthur Bräuer (Geschäftsführer Arthur Bräuer GmbH & Co. KG)
Foto: WP
Über einen Förderungsbescheid über 1 Mio Euro kann sich die Würdinghauser Firma Bräuer gemeinsam mit zwei Kooperationspartnern freuen. Ziel ist es, eine Lösung für das automatische Andocken beim Aufladen von Elektro-Fahrzeugen zu finden.

Würdinghausen/Arnsberg.  In einem Kooperationsprojekt soll ein neues Ladesystem für Elektroautos entwickelt werden: Regierungsvizepräsident Volker Milk übergab hierfür heute Förderbescheide über insgesamt eine Million Euro an Prof. Dr. Bernd Künne, Technische Universität in Dortmund, Helmut Friedrich, Phoenix Contact E-Mobility GmbH & Co. KG in Blomberg sowie an Arthur Bräuer, den Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH & Co. KG aus Würdinghausen.

Erprobt wird – koordiniert vom Fachbereich Maschinenelemente der TU Dortmund – ein Ladesystem, das eine leitungsgebundene Verbindung zur Energieversorgung von E-Autos automatisch herstellt. Das bedeutet: Auf einen manuellen Eingriff des Fahrers soll künftig ganz verzichtet werden können.

Weil das neue System für den universellen Einsatz im privaten, halböffentlichen und öffentlichen Raum konzipiert wird, muss es über ein hohes Standardisierungspotenzial verfügen.

Das Land Nordrhein-Westfalen will Vorreiterregion in puncto Elektromobilität werden und bis 2020 Zigtausende E-Autos auf die Straßen bringen. „Im Regierungsbezirk Arnsberg kann die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen zum wirtschaftlichen Aushängeschild werden. Dafür sind allerdings Innovationen in der Batterie- und Fahrzeugtechnik sowie hinsichtlich der Infrastruktur und der Netze nötig“, betonte Regierungsvizepräsident Milk. Das jetzt geförderte Projekt sei insofern „ein wichtiger Innovationsbeitrag in Sachen Elektromobilität“.

Automatisches Ladesystem

Bis dato werden drei verschiedene Techniken zur Energieversorgung von Elektrofahrzeugen angewendet: kabelgebundene, nicht immer nutzerfreundliche und sichere Ladesysteme (an öffentlichen Ladestationen oder an der heimischen Steckdose), zudem induktive Ladesysteme (Induktionsschleifen, oft mit Ladungsverlusten) sowie Batteriewechselsysteme (ohne einheitliche, genormte Batterien).

Bei dem jetzt geförderten Projekt wird ein automatisches Ladesystem erprobt, das die Vorteile kabelgebundener Ladesäulen und induktiver Ladesysteme vereinen soll. Das heißt: Das Fahrzeug wird automatisch mit der Ladestation verbunden, wenn es sich dieser nähert – vergleichbar mit einem Tankroboter. Hierfür ist u.a. eine geeignete Steckverbindung zu entwickeln, bei der die mechanische und elektrische Verbindung beim Heranfahren automatisch zustande kommt – durch eine Annäherungs- und Andockregelung. Auf freiliegende Ladekabel könnte dann gänzlich verzichtet werden.

Firmenchef Arthur Bräuer freut sich über den Forschungs-Auftrag: „Bei diesem Projekt handelt es sich um einen ganz neuen Ansatz. Dabei werden intelligente Lösungen für die Zukunft nach 2020 entwickelt.“

Das Kirchhundemer Unternehmen Mennekes sei auf Grund seiner Erfahrungen mit der Entwicklung von Steckverbindungen mit den „Elektro-Tankstellen“ auf dem Markt. Für die angestrebte automatische Energie-Betankung die entsprechende Stecker-Lösungen zu entwickeln, sei Aufgabe der Uni Dortmund.

Die Fa. Bräuer ist ein anerkannter Spezialist auf dem Sektor Schweiß-Roboter und im Bereich der unterschiedlichsten Automatisierung-Verfahren. Arthur Bräuer: „Wir wissen, wie viel Vorlaufzeit für verschiedene Projekte benötigt wird. Der erste Tank-Roboter wurde zum Beispiel 1995 eingesetzt.“

Großen Wert legt Bräuer auf die Kooperation mit weiteren Spezialisten: Es ist schlimm, wenn man nicht miteinander redet. Denn dann kommt dabei nichts heraus.“ bw

 
 

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