Industrieflächen um jeden Preis?

Industriegebiet Fernholte. 100 € für einen Quadratmeter Industriebaufläche?? Wenn man den Zahlen aus dem Bericht von Herrn Steinbach vom 11.10. in Bezug auf das Industriegebiet Fernholte Glauben schenken darf, dann kommt man mit einfacher Rechnung zu folgendem Ergebnis: Bei 30 Mio. Kosten, dividiert durch knapp 300.000 m² ( realistisch eher weniger) Baufläche; also die Fläche, die maximal verkauft werden kann, erhält man die Zahl von 100 €/m² (realistisch eher mehr!!).


Ziel einer jeden Kommune und/oder eines Investors bei der Entwicklung von Bauflächen sollte/muss es sein, die Gesamtkosten über den Verkauf der Flächen zu decken. Bei 100 €/m² scheint das allerdings mehr als schwierig zu werden, da z.B. der m² Baufläche im Industriegebiet Hüppcherhammer zwischen Olpe und Drolshagen, direkt an der A 45 gelegen, bei rd. 60-65 €/m² liegt. Obwohl dieses Industriegebiet schon seit längerem baureif ist, ist die Nachfrage doch eher bescheiden (von 314.000 m² sind z.Zt. gerade mal 2000 m² verkauft (www.gewerbepark-hueppcherhammer.de). Vielleicht liegt das am m²-Preis von 60 €. Wie soll die Nachfrage dann in Attendorn sein, wenn der m²-Preis bei 100 €/m² liegt? Vielleicht denkt man im Rat u. Verwaltung darüber nach, die Bauflächen mit 40 €/m² zu subventionieren um zumindest Preisgleichheit gegenüber dem Industriegebiet in Olpe/Drolshagen darzustellen.


Ob sich dann die Bauinteressenten für Attendorn entscheiden, bleibt abzuwarten da die Infrastruktur in Olpe doch erheblich besser ist. Wenn Attendorn subventioniert, würde das bedeuten, dass sich die Stadt mit > 12 Mio. € (300.000 m² x 40 €/m²) an der Realisierung des Industriegebietes Fernholte direkt beteiligt. Entwicklung von Industrieflächen um jeden Preis? Wo ist denn die Grenze des Machbaren erreicht?


Ich bin der Meinung, hier ist die Grenze des Machbaren schon bei weitem überschritten. Und wenn man die Kosten der Maßnahmen, die in letzter Zeit in und um Attendorn oder auch in anderen Kommunen, realisiert wurden, betrachtet, dann muss man sich darüber im Klaren sein, dass die 30 Mio. doch wahrscheinlich nicht ausreichend und kostendeckend kalkuliert wurden. Entweder wird dann der m²-Preis noch teurer oder aber die Subventionen werden höher (Stichwort „Skywalk“). Eine herrliche Aussicht wird man vom neuen Biggeblick auch auf das Industriegebiet Fernholte haben; eine wahrlich touristische Attraktion! Ich bleibe dabei; bei der Abstimmung Biggen/Fernholte ist der Rat damals von falschen Kosten ausgegangen.

 
 

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