Ideen für das Wohnen im Jahr 2030

Machen sich Gedanken über das "Wohnen 2030" (von links): Dr. Matthias Heider MdB, Jürgen Dolle, Stefan Heimes, Karl-Heinz Müller, Petra Crone MdB, Friedhelm Hoffmann (Arbeitskreis Barrierefrei), Kreisdirektor Theo Melcher, Prof. Dr. Hildegard Schröteler von Brandt, Petra Lütticke und BM Stefan Hundt.
Machen sich Gedanken über das "Wohnen 2030" (von links): Dr. Matthias Heider MdB, Jürgen Dolle, Stefan Heimes, Karl-Heinz Müller, Petra Crone MdB, Friedhelm Hoffmann (Arbeitskreis Barrierefrei), Kreisdirektor Theo Melcher, Prof. Dr. Hildegard Schröteler von Brandt, Petra Lütticke und BM Stefan Hundt.
Foto: WP
Immer weniger Einwohner, immer mehr Alte, immer mehr Leerstände. Im Kreishaus wurde über die Folgen des demografischen Wandels für die Ortschaften diskutiert.

Kreis Olpe..  Immer mehr Menschen wohnen allein in ihrem Haus oder ihrer Wohnung. In der Nachbarschaft sieht es ähnlich aus. Da wird für manchen der Bürgerbus nicht nur Transportmittel, sondern einer der wenigen verbliebenen Kommunikationstreffpunkte. Schwarzmalerei? Mitnichten.

Der demografische Wandel ist längst im Gange, die Folgen absehbar. Im Rahmen der Veranstaltung „Wohnen 2030“ nannte Prof. Dr. Hildegard Schröteler von Brandt Zahlen: 10.9 Prozent Einwohner wird der Kreis bis 2024 verlieren. Gleichzeitig wird die Zahl der über 65-Jährigen um 43,7 Prozent steigen, die der über 80-Jährigen sogar um 75,1 Prozent. Unter 25 Jahre alt werden 30,2 Prozent weniger sein, zwischen 25 und 40 Jahren 24,4 Prozent weniger als heute. Neun bis 19 Prozent der Häuser / Wohnungen werden leer stehen.

Innenverdichtung

Dennoch wollen die meisten Menschen auch im Alter zu Hause wohnen. Darauf müssen die Wohnquartiere und Dörfer vorbereitet sein. Die Stichworte: Nahversorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs, soziale Netze, Mobilitäts- und Freizeitangebote und altersgerechte Wohnungen.

Dass man eben auch im Alter ein lebenswertes Zuhause haben möchte, hatte Kreisdirektor Theo Melcher im Kreishaus betont. Der große Saal war voll besetzt bei der Veranstaltung der Behindertenbeauftragten des Kreises Olpe, Petra Lütticke, und des Arbeitskreises Barrierefrei, zu der auch heimische Politiker und zahlreiche Referenten gekommen waren.

Stefan Hundt, Bürgermeister von Lennestadt, machte deutlich, dass man noch vor zehn Jahren über großen Wohnbauflächenbedarf nachgedacht habe, bis sich vor fünf Jahren herausgestellt habe, dass es eher um die „Innenverdichtung“ gehen müsse, also Wohnfläche in den Ortsmitten. Dr. Matthias Heider MdB (CDU) ergänzte, dass Neubaugebiete zwar schön seien, man aber daran denken müsse, dass bei sinkender Bevölkerungszahl die Kosten - etwa für Versorgungsleitungen - auf weniger Haushalte verteilt werden müssten. Man brauche auf die Verhältnisse vor Ort zugeschnittene politische Lösungen.

Für Petra Crone MdB (SPD) ist Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dabei der wichtigste Aspekt. Sie war es, die das Beispiel des Bürgerbusses als Kommunikations-Treffpunkt nannte.

Zu hohe Mieten

Folker Naumann., Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft im Kreis Olpe, berichtete vom Umbau vieler der 1900 Wohnungen der Genossenschaft für barrierearmes Wohnen. An Neubauten allerdings denke man nicht. Bauen sei viel zu teuer, wenn man bedenke, dass die Mieter der Genossenschaft im Schnitt 4,61 Euro pro Quadratmeter zahlen würden, wohingegen bei Neubauten der Mietpreis bei zehn Euro liege, wie der Olper Ratsherr Christian Hohn erklärte. Jürgen Dolle vom Arbeitskreis Barrierefrei, der die Diskussionsrunde im Kreishaus moderierte, würde sich „freuen, wenn die Genossenschaft die ein oder andere Wohnung barrierefrei ausbauen würde, weil solche Wohnungen fehlen.“ Lothar Sabisch wollte wissen, ob die Politik über die Förderung barrierefreien Wohnens nachdenke. Dr. Heider antwortete, darüber nachzudenken sei eine Aufgabe für die nächsten Jahre.

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