Idee aus Wenden in Hauptstadt im Einsatz

Eine runde Sache aus dem Wendschen erobert die Bundeshauptstadt: der Bubble - hier beim Brandenburger Tor.
Eine runde Sache aus dem Wendschen erobert die Bundeshauptstadt: der Bubble - hier beim Brandenburger Tor.
Foto: Lune GmbH Wenden
Hinter dem Namen „Bubble“ verbirgt sich keine neue Kaugummi-Sorte. Eher schon eine Erfindung, die beim Sauberhalten von Städten helfen soll. In Berlin ist die Idee aus Wenden schon im Einsatz.

Wenden/Berlin..  Fast heißt er wie das bekannte Weltraum-Teleskop, dabei hilft er doch eher, rein irdische Probleme zu bewältigen: Die Rede ist von „Bubble“, zu deutsch „Blase“, ein Begriff, den man beim ersten Hinhören mit dem berühmten Kaugummi in Verbindung bringt. Weit gefehlt: „Bubble“ ist eine 90 cm große Kugel aus Edelstahl, in die unter anderem jene Kaugummis verschwinden sollen, statt Passanten unter ihren Schuhen zur Weißglut zu bringen.

Bewusst wenig Technik

Bubble ist ein ungewöhnlich designter Abfallbehälter, entwickelt im Sauerland, genauer gesagt in Wenden vom kleinen Zwei-Mann-Betrieb „Lune-Raum-Mobiliar“. Der GmbH steht der 53-jährige Maschinenbau-Ingenieur und Stahlbauschlosser Peter Solbach aus Ottfingen vor, zweiter Mann im Team ist André Kruse, 30-jähriger Maschinenbautechniker aus Hünsborn.

„Wir hatten uns im Wettbewerb mit anderen bestehenden Systemen dafür entschieden, ein Produkt mit niedrigem Technisierungsgrad zu entwickeln“, begründete gestern Peter Solbach den einfachen Aufbau seiner Stahl-Kugel, in die eine zweigeteilte, 30 cm große Öffnung integriert ist, im Mittelsteg mit Zigaretten-Ascher.

Solbach: „Wir haben das ganz bewusst gemacht, denn was nicht da ist, kann auch nicht kaputtgehen oder mutwillig beschädigt werden.“ Aufwändige Technik ziehe meist einen hohen Wartungsaufwand nach sich und biete Angriffsflächen für Vandalismus.

Exponierte Orte

Bubble hingegen ist genial simpel, darf aber allein wegen des auffälligen Erscheinungsbildes kaum als „Mülleimer“ abgestempelt werden.

Kein Wunder, dass sich die Verantwortlichen der Bundeshauptstadt dazu entschlossen, die „Bubbles“ an exponierten Stellen wie beispielsweise am Brandenburger Tor oder dem Alexanderplatz aufzustellen. Vor allem sogenannter „To-Go-Müll“, also spontan mitgeführter Klein-Abfall, soll in der Kugel aus dem Wendschen verschwinden, statt in irgendeiner Dreck-Ecke zu landen.

Solbach: Nische besetzt

Lune Raum-Mobiliar hat bisher 46 Bubbles nach Berlin geliefert, 15 weitere sollen noch folgen. Und Solbach ist optimistisch: „Mit dem Mülleimer ‚Bubble‘ besetzen wir eine Nische, auf die die Großstädte gewartet haben.“ Denn das Fassungsvermögen herkömmlicher öffentlicher Mülleimer reiche aufgrund der „To-go-Kultur“ in den Innenstädten oft nicht aus. Unbegrenzt weitere Behälter in den Städten aufzustellen, sei aber weder ästhetisch, noch technisch realisierbar. Auch eine häufigere Leerung sei aufgrund der damit verbundenen Kosten keine Alternative.

Bubble hingegen, so Solbach, „ist schön, groß und frei positionierbar.“ Mit etwa 360 Litern fasse jeder Bubble fünfmal so viel Unrat wie seine kleineren Artgenossen. Aufgrund des großen Volumens „reduziert er die Entleerungsintervalle erheblich.“ Teure Erdarbeiten erübrigten sich.

Permanentbeschichtung möglich

Dass der Ingenieur aus dem Sauerland auf weitere Aufträge von Großstädten hofft, überrascht kaum: „Bubble verbindet, was sich Stadtplaner wünschen und die Stadtreinigung braucht. Seine robuste Edelstahlkonstruktion wirkt Vandalismus entgegen. Bei der Variante mit Permanentbeschichtung lassen sich sogar Schmierereien und Beklebungen einfach entfernen“, rühmt Solbach die Vorzüge seiner Idee.

Wartungsärmer als sein Fast-Namensvetter im Weltraum ist Bubble allemal.

 
 

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