Hotel, Bungalows und Lodges mit 800 Betten

So ähnlich soll es nach den Vorstellungen der Projektplaner in vier Jahren in der Waldenburger Bucht aussehen.
So ähnlich soll es nach den Vorstellungen der Projektplaner in vier Jahren in der Waldenburger Bucht aussehen.
Foto: WP
Projektentwickler Mediinvest will in der Waldenburger Bucht bei Attendorn rund 800 Übernachtungsmöglichkeiten schaffen. Investitionen von rund 30 Millionen Euro rein privat. Kein finanzielles Engagement der Stadt .

Attendorn.  Das Interesse der Attendorner daran, was die Firma Mediinvest in der Waldenburger plant, war groß, und die zahlreichen Besuchern in der Stadthalle wurden nicht enttäuscht.

Kai Richter (45), Chef des Düsseldorfer Projektentwicklers Mediinvest, stellte gemeinsam mit seinem „Freund und Partner“, dem Hotelier Jörg Lindner, erste Planungen für das sogenannte Biggesee Resort vor, das „spätestens 2016“, so Richter, eröffnet werden soll. Bis dahin sollen auf dem gerodeten Areal westlich des Waldenburger Wegs sowie auf Teilen des Geländes des jetzigen Campingplatzes der Biggesee GmbH, den man, wie das Strandbad, auf Wunsch von Bürgermeister Wolfgang Hilleke ebenfalls übernehmen will, in Ferienhäusern (Mietobjekte, keine Zweitwohnsitze), Bungalow Apartments und einem Empfangsgebäude mit 60-Betten-Hotel, Wellnessbereich und Schwimmbad (siehe Infobox) insgesamt Übernachtungsmöglichkeiten mit rund 800 Betten errichten. Darüber hinaus bleibt auch noch Platz für „normale“ Campingplätze sowie Luxus-Camping, sogenannten Glamping, das laut Richter „im Kommen ist“.

Hinzu kommen sollen Konferenz- und Tagungsmöglichkeiten für bis zu 400 Personen, eine Seegastronomie mit großer Terrasse für Feierlichkeiten sowie Freizeitangebote für Groß und Klein. Darunter das Strandbad, das kostenlos öffentlich zugänglich bleiben soll.

Die Frage nach den Kosten wollte Richter in diesem „sehr frühen Stadium der Projektplanung“ noch nicht beantworten, nach Informationen unserer Zeitung geht man aber von 30 Millionen Euro aus.

Die besorgte Frage, ob das Projekt nicht überdimensioniert sei, beantwortete der Richter mit dem Hinweis, dass es eher Größenordnungen gebe, unter denen sich solch ein Invest nicht lohne. Er wies darauf hin, dass große Hotelbetreiber wie die Lindner -Gruppe, die als Betreiber fungieren will, ganz andere Vermarktungsmöglichkeiten hätten als mittelständische Hotels. Sie generierten bei Konzernen große Tagungskapazitäten, die sie dann auf ihre Häuser verteilten.

Außerdem habe der Biggesee ein großes Potenzial und liege in einer günstigen Entfernung zum Rheinland und zum Ruhrgebiet, was dem Trend zu vermehrten Kurzurlauben im eigenen Land sehr entgegen komme. Dem Projekt liege, so Kai Richter, ein ganzheitliches Konzept zugrunde: „Der Mix macht es aus“.

Von Marius Becker (Grüne) auf die Schlagzeilen trächtigen Vorgänge am Nürburgring angesprochen, wo Richter und Lindner involviert sind, erklärten beide, das ihre Projekte dort sehr gut liefen. Bürgermeister Hilleke ergänzte, dass ihm das der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau bestätigt habe. Die Übernachtungszahlen seien von 184 000 im Jahr 2008 auf über 244 000 im Vorjahr gestiegen.

Auf Beckers Frage nach einer möglichen finanziellen Beteiligung der Stadt Attendorn an dem Projekt erklärte Hilleke, dass „keine direkte oder indirekte Finanzbeteiligung der Stadt Attendorn“ vorgesehen sei, sondern eine rein private Finanzierung über Investoren angestrebt werde.

Angesichts der von Willi Heller vorgetragenen Sorgen der Anwohner des Waldenburger Wegs bezüglich eines massiven Ansteigens des Verkehrsaufkommens und großen Problemen an der Einmündung in die Heldener Straße wies Baudezernent Carsten Graumann auf ein Verkehrsgutachten hin und Kai Richter regte an, die Anlieger in einem Arbeitskreis zu beteiligen. Er betonte, man werde das Projekt „nicht gegen, sondern nur mit den Bürgern und der Stadt realisieren“.

 
 

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