Hickhack um Finnentroper Fußgängerbrücke

An dieser Stelle soll die neue Fußgängerbrücke die Finnentroper Bahnanlagen überspannen und die Bahnsteige erschließen.
An dieser Stelle soll die neue Fußgängerbrücke die Finnentroper Bahnanlagen überspannen und die Bahnsteige erschließen.
Foto: WP
Die Deutsche Bahn, Straßen NRW und die Gemeinde Finnentrop sind an der Fußgängerbrücke über das Finnentroper Bahngelände beteiligt. Die Planung verzögert sich immer weiter.

Finnentrop..  Die Deutsche Bahn AG ist derzeit dabei, die Oberleitung im Bereich des Finnentroper Bahnhofsgeländes während einer sechswöchigen Vollsperrung der Ruhr-Sieg-Strecke in diesem Bereich umzuhängen. Anschließend kann mit dem Bau der L 539 neu, von der neuen Lennebrücke, entlang der Bahnanlagen und mit einer Brücke über diese hinweg bis zum Anschluss an die B 236 in Höhe der Gastwirtschaft „Zum Alten Hof“, begonnen werden.

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat jetzt den Auftrag hierfür an die Bietergemeinschaft Schäfer-Bau/Heitkamp vergeben. Diese kann Anfang September mit den Bauarbeiten beginnen, so dass nach Aussagen von Straßen NRW wenn alles gut Läuft der Autoverkehr zum angestrebten Termin Juni 2014 über die neue Trasse fahren kann.

Probleme bereitet allerdings die Fußgängerbrücke, die zum einen den Bahnhofsvorplatz mit dem Lennepark und den dort geplanten neuen Park + Ride Parkplätzen verbinden soll, zugleich aber auch eine neue, behindertengerechte Erschließung der Bahnsteige im Finnentroper Bahnhof von oben mittels Aufzügen, aber auch Treppen schaffen soll.

Eine Brücke - drei Partner

An diesem Projekt sind drei Partner beteiligt. Straßenbau NRW, das die Fußgängerbrücke mit Treppenanlage und Aufzug am Bahnhofsvorplatz planen und erstellen soll. Die Gemeinde Finnentrop, die sich eine optisch möglichst ansprechende Lösung für deren Zuwegung auf der Lenneseite wünscht, und die Deutsche Bahn, die für die Erschließung der Bahnsteige zuständig ist.

Und hier klemmt es gewaltig. Denn die Deutsche Bahn AG will nach dem bereits umgebauten Bahnsteig 1 die weiteren Bahnsteige im Finnentroper Bahnhof im Rahmen der Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe II (MOF II) erst im Jahr 2015 umbauen. Dabei ist noch unklar, was mit dem Bahnsteig 6a passiert, bei dem es, weil sehr schmal, Probleme beim Bau eines Aufzugs gibt. Hier arbeitet die Bahn mit dem Eisenbahnbundesamt an einer Lösung. Es gibt sogar Überlegungen, diesen Bahnsteig höhengleich über die Gleise für Rollstuhlfahrer zu erschließen.

Die Umbaupläne der Bahn erst für 2015 machen nicht nur die Anbindung der Bahnsteige an die Fußgängerbrücke schwieriger, die laut Planfeststellungsbeschluss eigentlich bei der geplanten Schließung des Finnentroper Bahnübergangs im Jahr im kommenden Juni fertiggestellt sein muss. Bis 2015 muss auch die Unterführung, über die die Bahnsteige jetzt erschlossen werden, in Betrieb bleiben. Das kollidiert räumlich mit dem vom Landesbetrieb Straßenbau NRW zu errichten Bauwerk am Busbahnhof.

Doch damit nicht genug. Auf der Lenneseite der Fußgängerbrücke möchte die Gemeinde Finnentrop keine einfache Rampe, sondern im Rahmen des Projekts Lennepark als Teil des Regionale-Projekts LenneSchiene eine „schöne“ Lösung. Daher hat die Gemeinde einen Wettbewerb beschlossen, der bis Ende des Jahres ausführungsreife Pläne für die Gestaltung des Lenneparks und der Anbindung erbringen soll.

Raumprägendes Element

In dem Auslobungstext wird die Rampe zu der Fußgängerbrücke mit den Gleiszugängen als „raumprägendes Element“ bezeichnet, die wegen ihrer „ihrer Bedeutung für den Lennepark aus der Maßnahme (Bau Fußgängerbrücke, Red.) herausgenommen und nach aller Voraussicht von der Gemeinde Finnentrop geplant und gebaut wird.“

Weiter heißt es: „Die Rampe kann als Erdbauwerk oder als bauliche Brückenrampe ausgebildet werden. ... von den Verfassern werden Lösungsvorschläge erwartet, die sowohl die Bedeutung im Gesamtraum, den Nachweis der Realisierbarkeit des Budgets als auch der Gestaltungsleitlinien der LenneSchiene berücksichtigen“. So könnte Straßenbau NRW derzeit eine Brücke über die Bahnanlagen planen, der aber bisher an beiden Enden die Zugänge fehlen. Zwar sind Planung und Bau einer solchen Brücke kein Hexenwerk, doch muss zum Beispiel zum Einheben des Brückenkörpers über die Bahngleise der Bahnverkehr ruhen.

Sollte die Fußgängerbrücke bis Juni 2014 nicht gebaut sein, müsste der Bahnübergang bis zu ihrer Fertigstellung für Fußgänger in Betrieb bleiben.

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