Heimische Firmen arbeiten am „StreetScooter“

Ein erster Design-Vorschlag für den Streetscooter. Foto: TH Aachen
Ein erster Design-Vorschlag für den Streetscooter. Foto: TH Aachen
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Attendorn / Finnentrop. Elektrofahrzeuge werden künftig vor allem in Ballungsräumen eine entscheidende Rolle spielen. An einem der innovativsten Projekte, dem StreetScooter, der derzeit unter Federführung der TH Aachen entwickelt wird, arbeiten drei Unternehmen aus dem Kreis Olpe mit: Kirchhoff Automotive, Gedia und Eibach.

Auf der IAA in Frankfurt wird der Öffentlichkeit im September erstmals ein Prototyp des StreetScooters vorgestellt. Dann soll es nach Aussage von Tobias Reil (Lehrstuhl für Produktionssystematik an der TH Aachen) fast Schlag auf Schlag gehen. Bereits 2013 und 2014 werden jeweils 1000 Streetscooter als Fahrzeuge für Kommunen und Stadtwerke in Deutschland und möglicherweise auch in Holland vermarktet. Ab 2015 sollen dann 20.000 Fahrzeuge pro Jahr hergestellt und verkauft werden.

Christoph Wagener, bei der Firma Kirchhoff Automotive für das Projekt zuständig, hat sich intensiv mit dem Thema befasst: „Für die schnelle Akzeptanz der Elektromobilität in Deutschland ist es erforderlich, ein kostengünstiges Elektrofahrzeug auf den Markt zu bringen, das mit konventionell angetriebenen Kleinwagen konkurrieren kann. Um dieses Ziel beim StreetScooter realisieren zu können, werden bereits bei der Entwicklung konsequent die Möglichkeiten der Serienproduktion betrachtet.“ Ziel ist es, das technisch Machbare und die Wirtschaftlichkeit auf einen Nenner zu bringen.

Ähnlich formuliert es Professor Dr. Achim Kampker, Projektleiter und Spiritus Rector: „Die deutschen Automobile haben Weltruf, sind aber aufgrund des hohen technischen Anspruchs oft zu teuer. Es werden Produkte mit Leistungen angeboten, die von den Kunden in vielen Fällen nicht benötigt werden. Bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen ist eine radikale Ausrichtung auf das Preis- Nutzungsverhältnis notwendig. Andernfalls produzieren wir an der Weltnachfrage vorbei.“

Ziel ist also das bezahlbare Elektrofahrzeug. Deshalb wurde, wie es im Projektkonzept heißt: „Auf die Zusammenarbeit mit großen Automobilherstellern bewusst verzichtet, um bestehende Strukturen aufbrechen zu können und den Mittelstand zu stärken.“

Der E-Antrieb erfordere teilweise eine völlig neue Produktion, zu der beispielsweise integrierte Prüfeinrichtungen gehören, die es ermöglichen sollen, Qualität im laufenden Fertigungsprozess nachzuprüfen: „Die Revolution“, so Kampker, „muss aus dem Mittelstand kommen.“

Der StreetScooter wird von einem Forschungs- und Industriekonsortium entwickelt. Die Industriepartner sind zugleich auch Gesellschaft der StreetScooter GmbH. Die Firmen Kirchhoff und Gedia sowie die Uni Siegen sind direkt beteiligt, die Firma Eibach über eine Beteiligung an der Firma „production.net AC GmbH“.

Eine Beteiligung des ACS (Automotive Center Südwestfalen) ist zumindest angedacht.

 
 

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