Händels Messias als brillantes Beispiel geistlicher Musik

Drolshagen..  Wenn der „Messias“ ruft, ist das so etwas wie ein Garant für ein volles Haus, was die gut gefüllte Kirche St. Clemens in Drolshagen bewies. Hier führte der Cäcilienchor Herz Jesu Bergisch Gladbach-Schildgen zusammen mit Mitgliedern des Kölner Sinfonieorchesters und einem ausgezeichneten Solistenensemble unter der Leitung von Dr. Manfred Albus besagtes Händel-Oratorium in deutscher Sprache auf. Seit mehr als zwei Jahrhunderten hat das chorsinfonische Werk, das der Komponist in weniger als einem Monat schrieb, nichts an Ausstrahlung und Faszination verloren. Schließlich gehört es zu den brillantesten Beispielen geistlicher Musik der abendländischen Kultur, ist ebenso populär wie Händel selbst und steht damit universell für seinen Namen.

Mit dem musikalischen Gotteslob, das in drei Teilen die Existenz Jesu von der Prophezeiung über die Geburt und den Tod bis zur Auferstehung behandelt, schrieb Händel ein Oratorium abseits von herkömmlichen Formen und machte sich damit für die Nachwelt unsterblich.

Der Komponist, der 1685 in Halle geboren wurde, den Großteil seines Lebens aber in London verbrachte, empfand den „Messias“ nicht grundsätzlich kirchlich, sondern ursprünglich eher als Unterhaltung. Am 13. April 1742 wurde das Werk in Dublin uraufgeführt, erst ein Jahr später ist es erstmals in London zu hören - mit dem Zusatz „Sacred Oratorio“. Das Händel-Denkmal in der Westminster Abbey zeigt den Komponisten mit einem Notenblatt der Arie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“ aus dem dritten Teil des „Messias“ in der Hand.

Als Solisten in St. Clemens wirkten mit: Barbara Spieß (Sopran), Sibylle Hummel (Alt), Heiner Hüpgen (Tenor) und Ralf Rhiel (Bass). Einen Tag zuvor hatte man in der Heimatkirche des Chores die A-Premiere des „Messias“ gegeben.

Fast der ganze Georg Friedrich

Anlässlich des 250. Todestages des Komponisten beschrieb der bekannte Musik- und Theaterredakteur Manuel Brug das Oratorium so: „Hier ist (fast) der ganze Georg Friedrich konzentriert: Mit seinen ureigenen, so ausgewogen definierten, das italienische Oratorio wirkungsvoll weiterentwickelnden musikalischen Wesenszügen. Mit elegant-strengen Instrumentalpassagen. Mit melodisch ausschwingenden, mal dramatischen, mal ruhevollen Arien und Ensemblesätzen. Und natürlich mit den vielgestaltig als Kommentare eingesetzten Chören. Dazu mit vielen, sonnendurchglühten musikalischen Anleihen aus dem Schatz seiner immer noch in ihrer Fülle zu entdeckenden über 100 Kantaten der Jungkomponistenzeit in Rom.“ beng

 
 

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