Gemeinsamer Online-Shop als Pilotprojekt

41 Mitglieder der Attendorner Werbegemeinschaft ließen sich über das Thema gemeinsamer Online-Shop informieren.
41 Mitglieder der Attendorner Werbegemeinschaft ließen sich über das Thema gemeinsamer Online-Shop informieren.
Foto: WP
Die Stadt Attendorn und die IHK Siegen wollen die Attendorner Einzelhändler bei der Einrichtung eines gemeinsamen Webkaufhauses unterstützen.

Attendorn..  Bekommt Attendorn ein „Webkaufhaus“, also einen gemeinsamen Online-Shop für den Einzelhandel? Die Chancen hiefür stehen gut. Die Stadtverwaltung ist bereit, Geld und Personal in dieses Projekt zu investieren, die Industrie- und Handelskammer Siegen ebenfalls. Sie hat Attendorn als Pilotprojekt ausgesucht. Und mit Atalanda steht ein Anbieter für sogenannte Online-Marktplätze bereit, der noch in diesem Jahr starten könnte.

Jetzt liegt es bei den Einzelhändlern. Sie müssen bereit sein, Geld, aber insbesondere viel Zeit in dieses innovative Projekt zu stecken. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft, in der das Thema im Vordergrund stand, deutlich. Am Ende, nach dreieinhalb Stunden, stimmten 18 der ursprünglich 41 anwesenden der 115 Mitglieder dafür, den nächsten Schritt in Richtung gemeinsamen online-Shop zu gehen, 13 enthielten sich der Stimme.

Nächster Schritt Anfang Mai

Kristin Meyer von der Stabsstelle Stadtteilmanagement und Demographie der Stadtverwaltung zeigte sich zunächst zufrieden mit diesem Ergebnis, das zur Folge hat, dass die Hansestadt engere Kontakte mit Atalanda aufnehmen wird. Für den 5. Mai, so die Planungen, wird Atalanda die Einzelhändler aus der Hansestadt zu einem sogenannten „Kick-off-Workshop“ einladen. Dabei wird noch einmal erläutert, wie ein gemeinsamer Online-Marktplatz für Attendorn aussehen könnte und was die Händler dazu beitragen müssen.

20 Euro Monatsbeitrag und acht Prozent des über die Plattform erwirtschafteten Netto-Umsatzerlöses stehen auf der pekuniären Seite fest, die von der Stadt Attendorn, der IHK Siegen und „durch Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft, die die Stadt versuchen wird zu rekrutieren“, so Kristin Meyer, entlastet werden wird.

Stadt stellt „Kümmerer“

Die Stadt wird auch die Funktion eines sogenannten „Kümmerers“ übernehmen, der die Aktivitäten rund um den Online-Marktplatz koordinieren und moderieren soll, sowie bedarfsgerecht Schulungen der beteiligten Händler anbieten, die als unabdingbar angesehen werden.

In dieser Funktion ist der Innovationsberater Andreas Haderlein bei der Online-City Wuppertal tätig, die als Vorbild für das Attendorner Projekt dient. Er machte in seinem Vortrag deutlich, dass auf die Händler, die sich beteiligen, eine Menge Arbeit zu kommt. „Eine Stunde pro Tag mindestens müssen Sie investieren“, prognostizierte er, wobei die, die noch kein funktionierendes Warenwirtschaftssystem eingeführt haben, weitaus mehr Zeit aufbringen müssen, um ihren Auftritt attraktiv zu gestalten und auch zu halten. „Es reicht nicht aus, einmal 20 Artikel einzustellen“, so Haderlein.

Anfang Oktober online

Nach der Auftaktveranstaltung mit Atalanda Anfang Mai erhalten die Einzelhändler eine vierwöchige Bedenkzeit, ehe sie sich endgültig festlegen müssen, ob sie mitmachen oder nicht. Ein späterer Einstieg bleibt möglich. Ab etwa 20 Händlern würden die Stadt Attendorn und die IHK das Projekt Online-Marktplatz als Träger mit der Werbegemeinschaft als Kooperationspartner und Atalanda als Umsetzungspartner angehen.

Bereits Anfang Oktober könnte der Online-Shop, der auf der Webseite www.einkaufenn-in-attedorn.de integriert werden soll, online gehen, und in der Adventszeit könnte bereits ein Weihnachtsspecial angeboten werden.

Erstes Ziel des Online-Shops ist es nicht, Umsatz zu generieren, sondern den Kunden, die ihr Einkaufsverhalten immer mehr in Richtung Internet verlagern, zu vermittel, so Andreas Haderlein, „dass sie das Beste in ihrer Stadt bekommen, dass ihre Stadt ein randvolles Warenlager ist“.

Der ebenfalls anwesende Bürgermeister Christian Pospischil hob hervor, dass es wichtig sei, die in Attendorn bestehende „Innovationsbereitschaft und -Fähigkeit“ darzustellen, das entwickele „Strahlkraft in die Region“. Das bedeutet für Isabell Hoffmann wiederum eine „unwahrscheinliche Werbung für uns“.

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