Gemeinsame Aufgabe

Flüchtlingspolitik. Momentan steht die Flüchtlingspolitik in Olpe im Mittelpunkt einer öffentlichen kontrovers geführten Diskussion. Dabei geht es um die Frage, ob die Stadt Olpe Standort für eine zentrale Unterbringungseinheit (ZUE) wird. Es gibt sicherlich gewichtige Gründe, die für eine solche Einrichtung an diesem Standort sprechen, aber auch gravierende Gegengründe. Aber das soll nicht Thema meines Leserbriefes sein.

Als Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Olpe möchte ich das Thema Flüchtlingspolitik versachlichen und das eigentliche Thema „Menschen in Not“ wieder stärker in den Mittelpunkt stellen. Ich möchte anregen, ein Netzwerk Asyl auf Stadtebene einzurichten, wie es in ähnlicher Weise in anderen Kommunen praktiziert wird, u.a. in Attendorn oder Drolshagen. Dieses sollte auch eingerichtet werden, unabhängig davon, ob eine ZUE in Olpe errichtet wird oder nicht. Wir haben auch zum jetzigen Zeitpunkt eine größere Zahl von Flüchtlingen in unserer Stadt wohnen, in zum Teil indiskutablen Verhältnissen.

In einem Netzwerk Asyl sollten Vertreter aus den Wohlfahrtsverbänden, der Kirche, der Politik, aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger mitarbeiten. Zielsetzung: die Entwicklung eines Konzeptes „Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylbewerber“.

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen in Zukunft sollte das ehrenamtliche Engagement der Olper Bürger viel stärker angesprochen werden als es bisher der Fall war.

Bürgerinnen und Bürger könnten in vielen Bereichen als Lotsen und Unterstützer für Asylbewerber bzw. Flüchtlinge tätig werden.

Integration von Flüchtlingen muss eine gemeinsame Aufgabe der Stadt Olpe und seiner Bürger sein.

Die Zielsetzung der Bürgerinitiative „Humanitäre Flüchtlingspolitik in Olpe“, Flüchtlinge dezentral in kleinen Wohneinheiten unterzubringen, ist sicherlich richtig, geht aber an der Realität vorbei. In Olpe verfügen wir nicht über genügend Leerstände. Also muss eine andere Lösung gesucht werden. Neben dem Neubau von Containern ist dann auch die Familienferienstätte „Regenbogenland“ eine echte Alternative.


Wenn die Bürger und Bürgerinnen in Olpe stärker in die Flüchtlingsarbeit eingebunden werden, trägt das zu mehr Verständnis für die Situation von Flüchtlingen bei und hilft so auch, Vorbehalte und Vorurteile gegen Ausländer ein Stück abzubauen. Gleichzeitig erleichtert das den Neubürgern, die zum Teil aus völlig anderen Kulturkreisen kommen, sich in unserer Gesellschaft ein wenig besser zurecht zu finden.

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