Gemeinde Wenden setzt auf Bürgerwindräder

Wenden..  Die Gemeinde Wenden will die Bürger in Sachen Windenergie mit ins Boot nehmen. So sollen bei der Planung von neu einzurichtenden Vorrangzonen für Windenergieanlagen die Bereiche bevorzugt ausgewiesen werden, die für die Errichtung von Bürgerwindrädern bzw. Bürgerwindparks zur Verfügung stehen. „Keine Investoren, sondern Bürgerwindräder“, lautet die Marschroute. Zudem wird ein Planungsbüro beauftragt, Tabuzonen zu ermitteln und mögliche Flächen für Windkraft in der Gemeinde Wenden festzulegen. Dies beschloss der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig.

Nach dem Leitfaden „Wind und Wald“ folgte im November 2012 die Windpotenzialstudie des Landes. Danach ergeben sich für die Gemeinde Wenden etwa 433 Hektar Potenzialfläche.

Allerdings müssen die Daten der Studie laut Wendener Verwaltung noch in einigen Punkten ergänzt werden. So wurde die Windpotenzialstudie nur auf Grundlage von Daten zur mittleren Windgeschwindigkeit erstellt. Es fehlen zum Beispiel eine Rentabilitätsberechnung von Standorten sowie landesweite Empfehlungen zu tierökologischen Abstandszonen. Zudem sind Abstände zur Wohnbebauung festzulegen. Darüber hinaus ist eine Abstimmung mit Nachbarkommunen erforderlich. Gespräche laufen derzeit. Schließlich sind auch Fragen der Erschließung sowie Anbindung an Stromnetze zu klären.

„Nach der bisherigen Entwicklung ist davon auszugehen, dass eine gemeindeübergreifende Planung (z. B. kreisweit) nicht erfolgt, so dass die Gemeinde kurzfristig einen entsprechenden Planungsauftrag erteilen wird“, so die Verwaltung. In einem solchen Standortauswahlverfahren seien alle Entscheidungskriterien nachvollziehbar darzustellen und zu dokumentieren. Es seien verschiedene Modelle denkbar, die eine Beteiligung von Grundstückseigentümern, Bürgern und Organisationen vorrangig aus der Gemeinde Wenden vorsehen. Ein gesondertes Konzept soll noch vorgelegt werden.

15 bis 20 Millionen Euro

„Ab und zu habe ich den Eindruck, dass wir in der Gemeinde Wenden bei der Windkraft nicht in voderster Front stehen. Machen wir uns auf die Socken“, forderte Elmar Holterhof (Grüne) im Hauptausschuss. Und: „Wir brauchen Akzeptanz in der Bevölkerung. Wir brauchen nicht nur Waldgenossen, sondern auch Windgenossen.“ In der Gemeinde Wenden gehe es um zwei bis drei Flächen mit insgesamt vier bis sechs Windkraftanlagen und einer Investitionssumme von 15 bis 20 Millionen Euro, so Holterhof. Möglichst viele Anlagen sollten über Bürger und Genossenschaften realisiert werden: „Vor 2015 bzw. 2016 wird in der Gemeinde sowieso kein Windkraftrad aufgestellt.“ Laut Bürgermeister Peter Brüser wird dies noch vier bis fünf Jahre dauern.

„Für unsere Fraktion ist es ganz wichtig, dass wir keine Entscheidung treffen, die wir als Rat nicht mehr beeinflussen können. Das darf uns nicht aus den Händen gleiten“, betonte Stephan Niederschlag (SPD).

Es sei doch so, dass der Investor allein entscheide, ob die Bürger beteiligt werden, so Ulrich Heinrich (UWG): „Gibt es die Möglichkeit, den Investor durch Auflagen dazu zu zwingen?“

Dazu Bürgermeister Brüser: „Wir sind Träger des Planungsrechtes. Wir werden im Rahmen von Verträgen definieren können, welche Organisations- und Betriebsformen umgesetzt werden.“

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