Gebäude-Abriss erhitzt die Gemüter

Ein Urgestein der Olper Einzelhandels-Szene, der Geschenke- und Bastelladen Grebe, wird seine Pforten schließen.
Ein Urgestein der Olper Einzelhandels-Szene, der Geschenke- und Bastelladen Grebe, wird seine Pforten schließen.
Foto: WP

Olpe/München..  Ende Februar ist vermutlich unwiderbringlich Schluss: Ein Urgestein der Olper Einzelhandels-Szene, der Geschenke- und Bastelladen Grebe, wird seine Pforten schließen. Geschäftsinhaberin Rita Grebe-Pennig : „Ich bin jetzt seit 39 Jahren hier im Geschäft, seit 28 Jahren mit unserem Geschenke- und Bastelsortiment.“ Und dass ihr ihre Arbeit Freude bereitet hat, braucht die heute in Wenden wohnende 71-Jährige nicht sonderlich hervorzuheben. Großes Lob zollt sie ihrer langjährigen Mitarbeiterin Gabi Koch, die im kleinen Geschäft im Schatten des Olper Bahnhofs ihre Verkäuferinnen-Ausbildung gemacht hat und danach geblieben ist. Rita Grebe: „Wir haben uns immer hervorragend verstanden, alles zusammen gemacht. Sie ist fast wie eine Tochter für mich.“

Betreiber wechselte mehrfach

Weniger harmonisch ist es um das Verhältnis ihres Vermieters, Joachim Zilger, mit der Stadt Olpe bestellt. Zilger (59), Berufsschul-Lehrer in München, bestätigte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, einen Rechtsanwalt eingeschaltet zu haben. Grund: „Eine Einigung über den Abriss ist noch nicht erfolgt.“

Hintergrund: Das Grundstück, auf dem der Geschenke-und Bastelladen steht, war ein altes Bahn-Grundstück, das von der Familie Zilger vor über 50 Jahren angepachtet wurde. Zilger, selbst in Olpe geboren und in Friedrichsthal aufgewachsen, blickt zurück: „Soweit ich mich erinnern kann, ist das Gebäude in der Nachkriegzeit von Gebrüdern namens Hetzel gebaut worden. Mein Vater hat dann später übernommen und die Verträge mit der Bahn gemacht.“ Die älteren Olper müssten sich eigentlich noch erinnern können, dass man die Ladenräume damals als Reinigung sowie als Textil- und Bettengeschäft betrieben habe. Erst danach sei es an die Familie Grebe vermietet worden, die dort ein Malergeschäft geführt hätten.

Unter anderem habe es damals eine Zusage der Bahn gegeben, man könne das Grundstück praktisch unbegrenzt nutzen.

Stadt Olpe kaufte Grundstück

Die grundstücksrechtlichen Angelegenheiten, so Zilger, sehe man bei der Stadt Olpe aber offenbar anders. Die Stadt habe zunächst seine Bemühungen, das Grundstück von der Bahn zu kaufen, torpediert, um es selbst zu erwerben.

Und jetzt verlange man von ihm, so Zilger, dass er das gepachtete Grundstück erst räume, bevor er es an die Stadt, den neuen Eigentümer, übergeben könne.

Nicht ohne Gegenwehr

Die Kosten für den Abriss, so der Berufsschul-Lehrer, solle er tragen: „Da geht es immerhin um rund 20 000 bis 25 000 Euro.“

Doch ohne Gegenwehr will der Wahl-Münchner die Forderung der Stadt nicht erfüllen, ein Anwalt sei eingeschaltet. Wenngleich er immer noch auf einen gütlichen Ausgang setzt: „Ich würde mich gerne einigen.“

Im Olper Bauamt war gestern am späten Vormittag niemand zu erreichen.

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