Frühestens im Jahr 2054

Industriegebiet Fernholte. Die Entwicklung des Industriegebiets Fernholte bedeutet laut Kosten- und Finanzierungsplan der Hansestadt eine Gesamtbelastung des Haushalts in Höhe von mindestens 28 Millionen Euro. Dieser Betrag ist von den Bürgern über Steuern und Abgaben aufzubringen. Die Verkaufserlöse für die Grundstücke sind hier bereits berücksichtigt.

Das Industriegebiet soll über die zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen zu einer finanziellen Besserstellung der Stadt und ihrer Bürger führen. Dieses Ziel wird jedoch nicht vor dem Jahr 2054 erreicht werden können, wie die folgende Hochrechnung zeigt:

Aktuell verfügt die Stadt über Gewerbeflächen von 207 ha. Im laufenden Jahr werden Gewerbesteuern von 26 Millionen Euro erwartet. Mit dem Industriegebiet Fernholte vergrößert sich die Gewerbefläche der Stadt um etwa ein Fünftel. Dies sind 5,2 Millionen Euro pro Jahr. Hiervon verbleiben der Stadt bekanntlich nur zwölf Prozent, somit 624 000 Euro. Mit diesen Gewerbesteuermehreinahmen werden die Investitionen in knapp 45 Jahren hereingeholt sein. Dabei ist weder die Anlaufphase berücksichtigt, noch die Möglichkeit eines nur Ausfalls der Flächen wegen eines fehlenden Bedarfs.

Städte sind gesetzlich verpflichtet, das Gebot der Sparsamkeit zu beachten. Die Kosten für die Entwicklung eines weiteren Industriegebiets können um mindestens zehn Millionen Euro gesenkt werden, wenn eine interkommunale Zusammenarbeit erfolgen und sich Attendorn am Finnentroper Industriegebiet beteiligen würde. (...)

Im Industriegebiet Wiethfeld besteht die Möglichkeit der Teilerschließung. Deshalb kann die Erschließung an den konkreten Bedarf angepasst und bereits in eineinhalb Jahren mit der Vermarktung begonnen werden. (...) Allein die Bewegung der Erdmassen in Fernholte bei guten Wetterverhältnissen beansprucht zweieinhalb Jahre. Verzögerungen durch Bürgerproteste und Gerichtsverfahren sind hierbei nicht berücksichtigt.

Vor diesem Zahlenmaterial stellt sich die Frage, ob die Politik verpflichtet ist, zum Wohl des Bürgers umzudenken, wenn zwei Drittel der Kosten eingespart werden können.

 
 

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