Frau unter der Vogelstange

Herbert Kranz

Olpe. Natürlich kennt Major Paul Imhäuser die Geschichte der einzigen Frau im Verein. Er weiß auch, dass sie von Josef Koch seinerzeit zwar als Mitglied aufgenommen wurde - aber von Anfang an nicht mitmarschieren und nicht mitschießen durfte.

Nun gibt es aber seit den 80er Jahren die neue Vereinssatzung und an die sei er als Major gebunden. „Ich kann mich doch nicht dauerhaft über die Satzung hinwegsetzen“, macht der Major den Standpunkt des Vorstandes klar. Sonst könnte man wohl anderen Frauen das Recht auf Mitgliedschaft auch nicht mehr verwehren. Folgerichtig sei entschieden worden, keine Mitgliedskarte mehr auszustellen. Er selbst habe Schützenfest-Freitag die Aussprache mit der Olperin gesucht und sei auch bei ihr auf Verständnis für diesen Standpunkt gestoßen.

Schließlich steht er bzw. stehen die Olper Schützen nicht allein mit ihrem strengen Männergebot. Die meisten Schützenvereine lassen keine Frauen als Mitglieder zu - auch wenn es die eine oder andere Ausnahme gegeben haben dürfte. So hält sich hartnäckig die Behauptung, dass schon früher einmal zwei Frauen aus der Brauerei Schmelzer (gab es bis in die 60er Jahre in der Kreisstadt) Mitglied im Verein waren oder auch eine der Frauen aus dem Hause Lenneberg in Olpe.

Kein Gerücht ist, dass es in Hünsborn auch schon eine weibliche Königin gegeben hat. Annette Hütteman wurde 2006 sogar Bezirkskönigin. Sie geht damit, so berichteten wir damals „als erste Frau in die Annalen der Historischen Schützenbruderschaften im Kreis Olpe ein. Die Freude war groß. Auch bei ihrem Mann Hermann-Josef Hüttemann, der ihr ein weiteres Jahr rat- und tatkräftig zur Seite stehen wird.“

Ansonsten, das ist bekanntes Faktum im Kreisschützenbund, wie der stellv. Kreisoberst Markus Bröcher am Freitag bestätigte, gibt es in den Schützenvereinen im Kreis Olpe keine Frauen als Mitglieder. Einzige Ausnahme scheint Finnentrop zu sein. Der Bürgerschützenverein nimmt nämlich auch weibliche Mitglieder auf.