Finnentrop will beim Ausbau der Windenergie Profiteure ausbremsen

Von Peter Pluggeund Gunnar Steinbach
ibt es bereits genug Windräder im Kreis Olpe? Die Landesregierung meint nein, der kürzlich vorgestellte „Energieatlas NRW“ spricht von „durchaus relevanten Potenzialen für den Ausbau der Windenergie“. Genauer wird eine Studie des Landesamtes für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz: Insbesondere in den an den HSK grenzenden Kommunen gibt es noch hohes Steigerungspotenzial.

Finnentrop.  Gibt es bereits genug Windräder im Kreis Olpe? Die Landesregierung meint nein, der kürzlich vorgestellte „Energieatlas NRW“ spricht von „durchaus relevanten Potenzialen für den Ausbau der Windenergie“. Genauer wird eine Studie des Landesamtes für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz: Insbesondere in den an den HSK grenzenden Kommunen gibt es noch hohes Steigerungspotenzial. Das scheint sich bereits rumgesprochen zu haben, denn nach Informationen unserer Zeitung gibt es bei den Stadtwerken Aachen Überlegungen, einen Windpark auf den Höhen des Frettertals zu errichten.

Kritiker einer „Verspagelung“ der Landschaft gibt es viele, Befürworter, die aus Sicht einer umweltfreundlichen Energiegewinnung argumentieren, ebenfalls. Besonders intensiv unterstützt werden Pläne für Windkraftanlagen in der Regel allerdings von Grundstückseigentümern. Pachtverträge über eine Laufzeit von 20 Jahren sind äußerst einträglich. Je nach Leistung des installierten Windrades sind 250 000 bis 500 000 Euro (für 20 Jahre) durchaus möglich.Verglichen mit dem, was sich forstwirtschaftlich erwirtschaften ließe, ist das durchaus attraktiv.

Wie Bürgermeister Dietmar Heß im Umweltausschuss ausführte, liegen der Gemeinde Finnentrop mehrere Anfragen von Eigentümern von Grundstücken, die vermeintlich für die Errichtung von Windkrafttanlagen geeignet sind, vor, die von potenziellen Betreibern angesprochen worden sind.

Um das Feld nicht Investoren zu überlassen, „die von außen reinkommen und den Ertrag aus der Gemeinde ziehen“, so Bürgermeister Heß, hat der Umweltausschuss Leitlinien für die Ausweisung von Konzentrattonsflächen zugestimmt. Darin heißt es, dass „der Ausbau der Windenergie in Finnentrop allein durch die Errichtung von Bürgerwindparks“ angestrebt wird, wobei „positive Effekte für eine kommunale Wertschöpfung“ gesichert werden sollen. Dieses Ziel soll bauleitplanerisch abgesichert werden, wobei Bauleitpläne auch „eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende Bodennutzung“ gewährleisten sollen.

Zur weiteren Sicherung dieser Zielsetzungen wird es als „gegebenenfalls unumgänglich“ angesehen, dass die Gemeinde Finnentrop frühzeitig Vereinbarungen mit Grundstückseigentümern oder Betreibern „auch über einen möglichen (Zwischen)-Erwerb oder -Anpachtung infrage kommender Grundstücke abschließt.“ Bürgermeister Heß selbst sprach von einem „Freibrief für die Verwaltung“ für intensive Gespräche.