Entscheidung beim Minister

Planskizze des neuen Industriegbiets Fernholte.
Planskizze des neuen Industriegbiets Fernholte.
Foto: WP
Die Entscheidung darüber, ob das Industriegebiet Eckenbach-Fernholte in naher Zukunft realisiert, oder auf die lange Bank geschoben wird, liegt im Düsseldorfer Umweltministerium.

Attendorn.  Die Entscheidung darüber, ob das Industriegebiet Eckenbach-Fernholte in naher Zukunft realisiert, oder auf die lange Bank geschoben wird, liegt im Düsseldorfer Umweltministerium. Wie Kreisdirektor Theo Melcher auf Anfrage bestätigte, kam es bei dem „Dissens-Termin“ in der vergangenen Woche zu keiner Einigung zwischen der Unteren Landschaftsbehörde (Kreis Olpe) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV).

Im Kern geht es um die Frage, ob es sich bei zwei Quellen im Plangebiet um solche handelt, die wie gesetzlich geschützte Biotope behandelt werden müssen, oder nicht. Marion Garra, zweite Vorsitzende der Bürgerinitiative, ist davon überzeugt: „Alles, wo Leben ist, ist gesetzlich geschützt.“

Anders der Kreis Olpe, der die Quellen für nicht besonders schützenswert hält und die wasserrechtliche Genehmigung für ihre Verlegung erteilt hat. Das LANUV teilt die Sichtweise der Bürgerinitiative, und auch beim „Dissens-Termin“, bei dem die Bezirksregierung vermitteln sollte, kam es zu keiner Übereinstimmung. Sollte das Umweltministerium seiner eigenen Behörde Recht geben, hätte das vermutlich entscheidenden Einfluss auf das Klageverfahren zwischen BI bzw. der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt NRW auf der einen und dem Kreis Olpe auf der anderen Seite. Dann nämlich müsste für die wasserrechtliche Genehmigung zur Verlegung der Quellen ein Planfeststellungsverfahren mit Offenlegungsfristen und Einspruchsmöglichkeiten eingeleitet werden. „Das würde den Baubeginn verzögern“, räumt Theo Melcher ein, „damit wären wir nicht in drei Wochen fertig.“

Dann dreht sich kein Rad mehr

Da der Kreis Olpe von der Aussichtslosigkeit der Klage von Landesgemeinschaft und BI überzeugt war, hatte er auf Antrag der Stadt Attendorn den sofortigen Vollzug der Baumaßnahme angeordnet, wogegen wiederum Klage erhoben wurde. Diese Klage wird derzeit vor dem Verwaltungsgericht in Arnsberg in einem Eilverfahren entschieden.

Der Entscheidung des Umweltministeriums misst Theo Melcher richtungsweisende Bedeutung zu: „Schlimmer als die Konsequenz für das Industriegebiet wären die Aussichten für den gesamten Kreis Olpe. Wenn sich das durchsetzt, dreht sich im Kreis Olpe kein Rad mehr, dann ist der Stillstand programmiert.“

 
 

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