Empörung über getötetes Schwanenpaar

Peter Plugge

Frielentrop.  An den Weihnachtsfeiertagen sind Puten, Gänse und Enten beliebte Bestandteile der Festtagstafel. Fast unglaublich und empörend ist, dass zwei wild lebende Höckerschwäne ihr Leben lassen mussten; angeblich, weil man sie ebenfalls essen kann.

Was ist geschehen? Am Sonntagmorgen hörten Hubertus und Judith Sieler, die im Finnentroper Örtchen Frielentrop wohnen, Schüsse am Obergraben, der das Laufwasserkraftwerk Lenhausen mit Lennewasser versorgt. Das war zunächst keine Besonderheit, weil am Obergraben immer wieder Enten gejagt werden. Schockiert waren die Sielers allerdings, als sie erkannten, dass das einzige Höckerschwanpaar, das seit Jahren auf dem Obergraben und der Lenne beheimatet ist und Frielentroper wie Spaziergänger erfreut, erschossen worden war.

Als sie empört zwei Jägerinnen, deren Hund die Kadaver aus dem Wasser zog, zur Rede stellten, erklärten diese mit Verweis auf das Landesjagdgesetz, dass Höckerschwäne vom 1. November bis 20. Februar zur Jagd freigegeben seien und dass man Schwäne genau wie Enten essen könne. Doch wer tut das?

Pächter entzieht Jagderlaubnis

Verständnislos wie das Ehepaar Sieler reagierte der Pächter des Reviers auf diesen Vorfall. Er weise bei der Ausgabe sogenannter Begehungsscheine, die anderen Jägern erlauben, in seinem Revier zu jagen, stets ausdrücklich darauf hin, dass die Schwäne zu schonen seien, erklärte er. Immerhin habe er vor einigen Jahren selbst einen Baustopp für die neue Lennebrücke in Finnentrop erwirkt, als die Schwäne im Bereich der Baustelle brüteten. Der Vorfall tue im sehr leid und setze ihm erheblich zu, so der Pächter, der sich selbst eher als Heger denn als Jäger sieht, zumal das ein schlechtes Licht auf die gesamte Jägerschaft werfe. Er habe der Jägerin seine Empörung mitgeteilt und ihr umgehend den Begehungsschein entzogen.