Elspe sucht Indianer und Eisenbahner für die Karl-May-Festspiele

Denis de Haas
Casting für Statisten bei den Karl-May-Festspielen in Elspe: Winnetou-Darsteller Benjamin Armbruster (2.v.re.), und Old Shatterhand-Darsteller Jochen Bludau (2.v.li.) im Gespräch mit den Bewerbern Janine Klein aus Oedingen (3.v.li.) , Jenny Hanses (li.) aus Schmallenberg und Mark Jehl aus Elspe. Die erfolrgreichen Bewerber nehmen an 52 Vorstellungen teil. Foto: Thomas Nitsche
Casting für Statisten bei den Karl-May-Festspielen in Elspe: Winnetou-Darsteller Benjamin Armbruster (2.v.re.), und Old Shatterhand-Darsteller Jochen Bludau (2.v.li.) im Gespräch mit den Bewerbern Janine Klein aus Oedingen (3.v.li.) , Jenny Hanses (li.) aus Schmallenberg und Mark Jehl aus Elspe. Die erfolrgreichen Bewerber nehmen an 52 Vorstellungen teil. Foto: Thomas Nitsche
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Benjamin Armbruster als Winnetou oder Jochen Bludau als Old Shatterhand – so heißen die großen Stars bei den Karl-May-Festspielen in Elspe. Doch was wäre eine Winnetou-Inszenierung ohne die Indianer und Eisenbahner in der zweiten Reihe. Gesucht werden Laienschauspieler für die Statistenrolle. 15 Kandidaten haben eine Einladung zum Casting erhalten.

Elspe. Karl May begleitet Janine Klein praktisch seit der Geburt. „Ich war gerade vier Monate alt, als ich das erste Mal zu den Festspielen mitgenommen wurde. Seitdem bin ich jedes Jahr hier“, erzählt die 18-Jährige. Diese Saison will sie aber nicht mehr auf den Holzbänken sitzen. „Mein Traum ist es, auf der großen Bühne zu stehen“, sagt die junge Frau aus Lennestadt-Oedingen.

Deshalb hat sich Janine Klein für eine Statistenrolle beworben. Oliver Bludau, Geschäftsführer der Elspe Festival GmbH, sucht für das Stück „Winnetou I“ fünf bis zehn Laiendarsteller. Sie sollen in der kommenden Saison Eisenbahner oder Indianer mimen. 50 Bewerbungen hat Bludau erhalten. Im Saloon sitzen aber nur 15 Menschen – zwischen 17 und 49 Jahre alt. „Wir haben vorher schon ein wenig aussortiert“, erklärt Bludau Unsportliche Bewerber haben keine Chance. Ebenso Profi-Schauspieler. Die sind für die Rollen schlichtweg überqualifiziert. Zeit müssen die Bewerber dagegen mitbringen. „Immerhin seid ihr bei 52 Vorstellungen dabei. Da fallen die Discobesuche oder der Sommerurlaub schon mal aus“, betont Oliver Bludau.

Schmallenbergerin möchte auf die Bühne

Jenny Hanses nickt. Der Schmallenbergerin ist es bewusst, dass sie einen Großteil ihrer Freizeit opfern muss. „Das ist kein Problem. Ich mache für meinem Freund momentan nur die Büroarbeit. Deshalb habe ich im Sommer auch Zeit“, sagt die 22-Jährige. Das Geld - 1200 Euro gibt es für die komplette Saison - spielt für sie keine Rolle. Jenny Hanses möchte einfach nur auf der Bühne stehen.

Marc Jehl könnte eine Zusage zum Comeback verhelfen. Als Grundschüler hatte er bereits seine Rolle ins Elspe. Damals spielte Marc Jehl den Indianerjungen Para-Angare in „Der Schatz im Silbersee“. Sein Vater in der Inszenierung war Meinolf Pape als Häuptling „Großer Wolf“. „Da habe ich kaum noch Erinnerungen dran. Ich weiß nur noch, dass auf mich geschossen wurde“, sagt der 17-Jährige. Ein Spezialeffekt, versteht sich.

Naturbühne beeindruckt Bewerber 

Bevor die einzelnen Bewerber ihre Gespräche haben, führt Oliver Bludau die Gruppe noch übers Gelände. Staunend lassen sie die Blicke über die weitläufige Naturbühne schweifen. „Das ist schon beeindruckend“, sagt Dirk Johnen, der aus Kirchhundem nach Elspe gekommen ist. Zwischen Felsen und Brunnen lernt er auch seine potenziellen Kollegen kennen. Benjamin Armbruster und Jochen Bludau heißen die Bewerber auf ihrem Terrain willkommen. Von Distanz zu den Statisten ist keine Spur. Nach dem kleinen Rundgang wird es ernst. „Ich bin schon ein wenig aufgeregt“, gesteht Janine Klein. Doch die Nervosität verfliegt schnell. Die Jury hat sie zusammen mit Jenny Hanses und Marc Jehl ins Büro bestellt. Es wird sofort klar, dass sie großes Interesse an dem jungen Trio hat. „Sind das Eisenbahner oder Indianer?“, fragt Benjamin Armbruster in die Runde. Blutsbruder Jochen Bludau hat schon konkrete Vorstellungen: „Das sind Indianer. Die können bestimmt gut im Felsen herumklettern.“

Karl-May-Spiele

Erste Probe am 3. Juni

Nach zehn Minuten ist das Gespräch auch schon beendet. „Wir melden uns Anfang der Woche bei euch“, sagt Oliver Bludau. Der Geschäftsführer sendet dabei ein postives Rauchzeichen: „Die Chancen für euch stehen gut.“ Die jungen Bewerber aus dem Sauerland sollten sich den 3. Juni schon mal vormerken: Dann bittet die Festspiel-Leitung zur ersten Probe.