Ein Viertklässler tyrannisiert Grundschule in Finnentrop

Polizisten mussten einen Viertklässler in Finnentrop bändigen.
Polizisten mussten einen Viertklässler in Finnentrop bändigen.
Foto: dpa
Ein Viertklässler tyrannisiert die Grundschule in Finnentrop. Lehrer und Eltern sind überfordert. Der Junge geriet so in Wut, dass er ein Klassenzimmer verwüstete und anschließend Polizei und Rettungsdienst gerufen wurden, um ihn zu bändigen.

Finnentrop. Eine Situation, wie sie tausendfach in deutschen Schulen vorkommt. Eine Klasse tobt auf einem der Gänge, es wird etwas wild, die Lehrerin schreitet ein und schickt alle wieder in den Klassenraum. Ein Schüler schimpft einen Kameraden aus: „Das haben wir jetzt dir zu verdanken.“

So geschehen am 5. November in der Grundschule Finnentrop. Damit endet allerdings jede Normalität, und es kommt zu einer Entwicklung, an deren Ende Rettungsdienst und Polizei zur Schule gerufen werden, um einen Viertklässler zu bändigen.

Der Schüler, dem von seinem Klassenkameraden die Schuld für den angeordneten Rückzug ins Klassenzimmer zugesprochen wird, rastet aus. Er schlägt auf einen Mitschüler ein und verletzt ihn. Die Lehrerin, die dazwischen gehen will, wird ebenfalls mit Schlägen und Tritten traktiert, der Schüler ist nicht mehr zu beruhigen.

Schüler ist extrem aggressiv

Das Problem: dieser Schüler reagiert nicht zum ersten Mal so, schon seit der ersten Klasse ist er auffällig, weil er extrem aggressiv wird und sich kaum - und wenn, dann nur durch langes Festhalten - beruhigen lässt. Am 5. November hilft sich die Lehrerin, die selbst durch die Attacke Blessuren davonträgt, damit, dass sie den Schüler in den Klassenraum sperrt. Was dann folgt, ist Anlass, Polizei und Rettungsdienst zu verständigen.

Polizeisprecher Stephan Ommer bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion den Einsatz: „Der Schüler hatte beim Eintreffen der Kollegen den Klassenraum verwüstet.“ Einschreiten musste die Polizei aber nicht mehr, da es nach Aussage von Eltern bereits dem Rettungsdienst gelungen war, den Viertklässler zu bändigen.

In Folge der Aktion wurde der Schüler vorübergehend vom Unterricht befreit. Nach seiner Rückkehr hat sich zunächst die Schulleiterin während des Unterrichts neben ihn gesetzt, später dann die Mutter eines anderen Schülers. Eine schnelle Hilfe gab es weder vom Schul- noch vom Jugendamt. Das Schulamt ließ durch Kreis-Pressesprecher Hans-Werner Voß auf Anfrage erklären: „Wir haben Hilfestellungen gegeben und möchten uns nicht weiter äußern.“ Alle Lehrer haben in dieser Angelegenheit einen Maulkorb bekommen und dürfen sich nicht äußern.

Integrationshelfer betreut den Jungen

Mittlerweile hat der Junge eine sogenannte I-Kraft (Integrationshelfer) an die Seite gestellt bekommen. Die familiären Hintergründe des Jungen können in der Öffentlichkeit nicht diskutiert werden, richtig ist aber, dass er nicht nur Täter, sondern auch Opfer ist.

 
 

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