Ein klares Bekenntnis zur neuen Heimat

Barbara Sander-Graetz
Alle wollten bei der Grundsteinlegung der Attendorner Moschee dabei sein (von links): Landrat Frank Beckehoff, Vorsitzender Ahmed Özdemir, Attendorns Bürgermeister Wolfgang Hilleke, Architekt Mehmet Tümce, Matthias Heider und Bauunternehmer Usta Yasar.
Alle wollten bei der Grundsteinlegung der Attendorner Moschee dabei sein (von links): Landrat Frank Beckehoff, Vorsitzender Ahmed Özdemir, Attendorns Bürgermeister Wolfgang Hilleke, Architekt Mehmet Tümce, Matthias Heider und Bauunternehmer Usta Yasar.
Foto: WP

Attendorn.  „Bu gün Attendorn icin büyük bir gün - Heute ist ein großer Tag für Attendorn!“ mit diesen Worten gratulierte Attendorns Bürgermeister Wolfgang Hilleke dem Verein DITIB Attendorner Moschee und Kulturzentrum und der gesamten muslimischen Gemeinde Attendorn zur Grundsteinlegung ihres neuen Moschee- und Kulturzentrum an der Kölner Straße.

„Wenn Muslime in Deutschland große oder repräsentative Moscheen bauen, dann ist das ein Zeichen von Normalität. Es steht für ihre Hinwendung zu ihrer neuen Heimat, denn wer baut, der bleibt. Wer also in Deutschland – in diesem Fall in Attendorn -- baut, hat hier ein neues Zuhause gefunden. Ein Zuhause, in dem er wohnen, arbeiten und seiner Religion nachgehen möchte. Die Errichtung einer Moschee ist daher alles andere als ein Symbol für Abgrenzung, sie bekundet vielmehr Integration und Begegnung.“

Natürlich kam der erste Mann der Stadt nicht mit leeren Händen, sondern konnte dem Vorsitzenden Ahmed Özdemir ein „Sauerländer Flachgeschenk“ überreichen.

Gemeinde wächst

Bei rund 1,5 Millionen Euro Bausumme, die von den rund 250 Mitgliedern getragen werden muss, ist jede Spende willkommen. Özdemir hatte zuvor die Historie der muslimischen Gemeinde in Attendorn kurz umrissen. So hatte man zunächst in den 1980er Jahren das Gebäude am Ostwall als Moschee gemietet und später gekauft.

Doch die Gemeinde wächst und das Haus wird zu klein. „Dass wir heute hier den Grundstein für ein neues und großes Gebäude legen können, ist ein Zeichen für eine Zukunft mit interkulturellem Leben“, so der Vorsitzende. „Nach vier Jahren Planung können wir beginnen und für mich wird heute ein Traum wahr. Wir alle, auch die Frauen und Jugendlichen, haben damit die Möglichkeit, unsere Kultur, unseren Glauben und unsere Sitten zu leben. Wir wollen hier auch Ängste abbauen und einen Treffpunkt für alle Nationen, alle Geschlechter und alle Menschen schaffen, egal, ob sie unserem Verein angehören oder nicht. Denn auch hier gilt: Wir sind Attendorn.“

Architekt Mehmet Tümce lieferte schließlich auch noch ein paar Zahlen zum Bau, der immerhin 1470 Quadratmeter umfasst, drei voll unterkellerte Geschosse bietet und von einer goldenen Kuppel verziert wird, die einen Innendurchmesser von knapp acht Meter hat. Alle Geschosse sind über einen behindertengerechten Fahrstuhl und ein Treppenhaus miteinander verbunden. Im Inneren gibt es alles, was das Herz begehrt. Vom Gebetsraum über eine Bibliothek bis zum Mehrzweckraum für 150 Personen.

Landrat gratulierte

Nachdem Taner Yüksel als Vertreter des DITIB Dachverbandes gesprochen hatte, gratulierte Landrat Frank Beckehoff: „In fünf Kommunen des Kreises sind muslimische Gemeinschaften entstanden, doch in Attendorn wird zum ersten Mal ein eigener Komplex verwirklicht. Das ist ein klares Bekenntnis zur neuen Heimat in Attendorn, dem Kreis Olpe und dem Sauerland.“

Nachdem der Imam Bayin HcHaci sowie die christlichen Geistlichen Pfarrer Neuser und Pastor Grote ein Gebet gesprochen hatten, wurde der symbolische Grundstein gelegt. Da zeigte sich, dass es gut ist, dass der Bau von einem professionellen Bauunternehmen errichtet wird, denn sonst müsste man schon um die Konstruktion fürchten.