Ein „bisschen stolz“ auf hohe Spendensumme

Schönau..  Schwester Gonzalo war überwältigt. Die Generaloberin der Armen Dienstmägde Jesu Christi war nach Schönau gekommen, um den Erlös der jüngsten Spendenverdopplungsaktion der Initiative Leonidis entgegenzunehmen. Aber mit 31 000 Euro hatte sie nicht gerechnet.

Rückblick: Bereits vor zwei Jahren hatte die Indien-Initiative um die Angehörigen und Freunde der aus Schönau stammenden und 2009 verstorbenen Ordensschwester Leonidis eine Spendenverdopplungsaktion durchgeführt.

Jeder Euro, der zwischen November und Januar gespendet wurde, sollte bis zu dem Betrag von 10 000 Euro verdoppelt werden. Damals brachte die Aktion 25 000 Euro. „Für uns wäre es schon ein Erfolg gewesen, in diesem Jahr wieder in die Nähe dieses Betrages zu kommen“, erzählt Leonidis-Sprecherin Irmgard Grebe-Quast. „Dass die Spendenbereitschaft sogar noch gestiegen ist, hat uns mehr als überrascht.“

Im Ergebnis heißt das: Mit dem Geld können die Dernbacher Schwestern den Aufbau des Internats in Ranchi (Nordindien) zügig vorantreiben. „Vor allem für Mädchen ist das eine wirklich gute Nachricht“, freut sich Schwester Gonzalo und erzählt von der zehnjährigen Sangita.

Teufelskreis durchbrechen

Das Mädchen konnte bislang nicht zur Schule gehen, weil sich die Eltern als Tagelöhner verdingten und mit einem Zelt hinter ihrer Arbeit herzogen.

„Seit sie einen Platz im Internat hat, kann sie regelmäßig zur Schule gehen und wir sind guter Dinge, dass sie den Teufelskreis von Armut und fehlender Bildung durchbricht“, so Schwester Gonzalo. Sangita ist dabei kein Einzelfall. Hinzu kommt, dass zahlreiche Eltern sich nach den Medienberichten über die Vergewaltigung von Mädchen geweigert hatten, ihre Kinder auf die bis zu zehn Kilometer langen Schulwege zu schicken. Mit dem Internatsbetrieb haben die Dernbacher Schwestern einen Weg gefunden, den Kindern gleichwohl den Schulbesuch zu ermöglichen.

Nicht allein vor diesem Hintergrund ist auch Agnes Gröger, eine Schwester der verstorbenen Ordensfrau Leonidis, glücklich über das Ergebnis.

Spontane Unterstützung

„Wir wissen, wie sehr wir unmittelbar helfen können. Und ebenso beeindruckend ist, wie sehr sich die Menschen in Wenden nach wie vor mit Schwester Leonidis und der von ihr begonnenen Arbeit verbunden fühlen.“ Das gelte vor allem auch für die Unternehmer, die die Aktion möglich gemacht haben. „ Viele der kleinen Betriebe hier in Schönau waren spontan bereit, einen Beitrag zu leisten. Zusammen mit zwei Großspendern hatten wir dann sehr schnell den Topf voll, aus dem die Spenden verdoppelt werden konnten“, berichtet Günter Gröger, der über viele Jahrzehnte den Kontakt nach Indien gehalten hat.

Zeichen der Solidarität

Für den Leiter des Pastoralverbundes Wendener Land, Pfarrer Ludger Vornholz, sind diese Zeichen der Solidarität Ausdruck gelebten Christentums. „Wir haben uns gewünscht, dass sich möglichst viele Menschen von der Spendenbereitschaft der Unternehmer „anstecken“ lassen. Und offenbar ist das auch geschehen. Ich muss sagen: Es macht mich glücklich und sogar ein bisschen stolz, so etwas erleben zu können“, so Pfarrer Vornholz.

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