Ein altes, liebenswertes Dorf gefeiert

Birgit Engel
500 Jahr Feier Heimicke. Ortsvorsteher Hagen freute sich über Gäste aus der Ferne: Edgar Davis aus England, Hermann Erdmann aus Mönchengladbach und Keiko Kubota aus Japan (v. li.).
500 Jahr Feier Heimicke. Ortsvorsteher Hagen freute sich über Gäste aus der Ferne: Edgar Davis aus England, Hermann Erdmann aus Mönchengladbach und Keiko Kubota aus Japan (v. li.).
Foto: WP

Heimicke. 500 Jahre Heimicke! Getreu ihrem Motto „Heimicke - Liebenswert, lebenswert“ feierten die Bürger und Bürgerinnen des kleinen Ortes in Postbergs Scheune ihren runden Geburtstag, wobei Gemeinschaft und Geselligkeit, Herzlichkeit und Verbundenheit im Mittelpunkt standen.

Viel Arbeit und noch mehr Gedanken hatten sich Ortsvorsteher Andreas Hagen und seine Mitstreiter um das Gelingen dieses Jubiläums gemacht. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen!

Schon am Samstagnachmittag waren rund 300 Gäste aus Nah und Fern am Ort des Geschehens und bis zum Abend wurden es noch mehr. Andreas Hagen begrüßte die zahlreichen Freunde. „Unser Motto soll eine Art Richtungsweiser sein und daran erinnern, wie viel man gemeinsam auf die Füße stellen kann, wenn alle mit anfassen“, so Hagen und ließ die Heimicker Geschichte in kurzen Worten Revue passieren.

Intakte Dorfgemeinschaft
gewürdigt

Er erinnerte an einen gewissen Herrn Claiß und einen Herrn Henrich aus der Hymke, die sich am 13. Februar 1510 aufgemacht hatten, um dem Kloster zu Drolshagen mit einer Bürgschaft einen neuen Altar zu stiften und damit die ersten urkundlich erwähnten Spuren auf den Ort Heimicke hinterließen. Einen besonderen Gruß schickte Hagen postum an Alfred Hagedorn, der bei den Recherchen zur Dorfgeschichte eine große Unterstützung war.

Bürgermeister Theo Hilchenbach würdigte die intakte Dorfgemeinschaft. „Gemeinsam leben, gemeinsam feiern, gemeinsam trauern. Hier ist der einzelne nicht alleine. Man nimmt Anteil am Leben des Anderen“, so das Stadtoberhaupt und betonte die Wichtigkeit des Zusammenhalts, um eine eigene Identität zu bewahren und sich gegenüber anderen zu behaupten. „Für mich war es immer wichtig, die Eigenart jeder unserer 58 Ortschaften nicht nur zu respektieren, sondern auch zu fördern. Alle gemeinsam sind wir dann Stadt Drolshagen“.

Der stellvertretende Landrat Dietmar Meeser überbrachte die herzlichsten Grüße des Kreises Olpe. Heimat sei eine Angelegenheit des Herzens, die Wohlbefinden signalisiere, wobei die Gesamtheit von Traditionen, Herkunft und Identität die wichtigste Rolle spiele. Das Motto „Lebenswert, liebenswert“ klänge wie eine Liebeserklärung an die Heimat, so Meeser.

Internationale
Gäste

Wie sehr der Ort Heimicke geliebt wird, bewiesen alleine die Gäste aus Japan, England und Mönchengladbach. Die 18-jährige Keiko Kubota von der japanischen Hauptinsel Honshū hatte letztes Jahr als Austauschschülerin bei der Familie Issel gelebt und es sich nicht nehmen lassen, zum Geburtstag zu kommen. Auch der ehemalige Heimicker Edgar Davis war eigens aus Blackpool angereist. Ein weiterer Überraschungsgast war Hermann Erdmann. Der 75-jährige Mönchengladbacher macht seit 35 Jahren in regelmäßigen Abständen Ferien in Heimicke.

Älteste Heimickerin
feierte mit

Unter den Festteilnehmern befand sich auch die älteste, in Heimicke zur Welt gekommene, Bürgerin Mathilde Rath (91) aus Hützemert. Ebenso dabei war die älteste Einwohnerin Franziska Berg, ebenfalls 91, die es 1948 nach Heimicke verschlagen hatte. Sie wurde von Ortsvorsteher Andreas Hagen mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft überrascht.

Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst mit Pfarrer Markus Leber. Ein zünftiger Frühschoppen mit musikalischer Unterhaltung von den „Musikfreunden Schreibershof“ ließ ein gelungenes Fest ausklingen.