Drolshagener müssen den Gürtel kräftig enger schnallen

Josef Schmidt
Das liebe Geld fehlt auch in Drolshagen. Jetzt soll an allen Ecken und Enden gespart werden.
Das liebe Geld fehlt auch in Drolshagen. Jetzt soll an allen Ecken und Enden gespart werden.
Foto: WP

Drolshagen.  An welcher Stelle und in welchem Ausmaß die Stadt Drolshagen und ihre Bürger den Gürtel enger schnallen müssen, zeichnet sich mittlerweile deutlich ab: Der fast 240 Seiten starke Nachtragshaushalt 2012 wird somit zu einer unendlichen „Liste des Schreckens“.

Vor allem bei den Steuern schlägt es gewaltig ein: Die Grundsteuern A und B werden ebenso steigen wie die Gewerbesteuer, die Hunde- und Vergnügungssteuer.

Die Grundsteuer A wird von 209 Prozentpunkten auf 219 angehoben, die Grundsteuer B von 413 auf 433 Prozentpunkte, und die Gewerbesteuer von 411 auf 431 Prozentpunkte.

Und das, obwohl Drolshagen bereits 2012 an der Steuerschraube gedreht hatte, damit allerdings nur den Vorgaben des Landes gefolgt war. Die Grundsteuer A war von 192 auf 209 Prozentpunkte angehoben worden, die Grundsteuer B von 381 auf 413 und die Gewerbesteuer von 403 auf 411.

Allein durch diese Steuererhöhungen plant die Stadtverwaltung, für 2013 rund 340 000 Euro mehr in die Kasse zu bekommen, nochmal rund 470 000 Euro in 2014 und in 2015.

Das ist aber noch längst nicht alles. Nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ soll praktisch an allen Ecken und Enden gespart und gekürzt werden.

Unter anderem werden die Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule von 65 auf 70 Euro monatlich angehoben und die Elternbeiträge für die Schülerbetreuung an den Grundschulen (8 bis 13 Uhr) von 30 auf 35 Euro monatlich. Auch für die Musikschule muss tiefer in die Tasche gegriffen werden - pauschal fünf Prozent. Volumen: rund 8 500 Euro in 2013 und ab 2014 rund 13 000 Euro jährlich.

Die Liste der grausamen Kleinigkeiten, die durch die Haushaltssperre des Kämmerers und den Konsolidierungskurs entsteht, erstreckt sich auf fast 100 Positionen.

Da sollen die Aufwandsentschädigungen für die Ratsvertreter von 90 000 Euro auf 70 000 Euro gesenkt werden, der Zuschuss an „Drolshagen-Marketing“ von 50 000 auf 40 000 Euro. Aber auch beim Winterdienst gilt es, die bisherigen Gewohnheiten abzulegen. Die Schneepflüge, so wurde aus dem Rathaus angedeutet, könnten nicht mehr nach jedem Schneefall rausfahren, angesichts der Kassen-Ebbe müsse man Prioritäten setzen. Einsparvolumen in diesem Jahr: rund 80 000 Euro, in 2013 rund 50 000 Euro.

Auch Minibeträge für die Vereine werden nicht geschont: So bekommt der Imkerverein Drolshagen statt 150 nur 100 Euro Zuschuss, die Zuschüsse an die kulturtragenden Vereine (meist Gesangvereine) sinken um rund 3 300 Euro, und die Schützenvereine dürfen sich ebenfalls statt auf 150 nur auf 100 Euro freuen.

Die Grundschulen und die Hauptschule, die Feuerwehr, die Kindergärten, die Übergangswohnheime, Turn- und Sporthallen (jeweils Bauunterhaltung) und so weiter und so fort - überall wird der Rotstift angesetzt. Dickste Brocken: Rund 20 000 Euro, die für die Bauunterhaltung der Herrnscheidschule veranschlagt waren, fallen weg, auf rund 11 000 Euro soll die Feuerwehr verzichten. Bitter wird es auch für die Grundstückseigentümer an Stadtstraßen: Denn die KAG-Straßenbaubeiträge sollen ebenfalls spürbar steigen.

Alle Grausamkeiten sind auf ein Ziel ausgerichtet: 2015 will Drolshagen wieder im „grünen Bereich“ sein, also den Haushaltsausgleich schaffen.

Realität wird das Ganze aber nur, wenn die Ratsvertreter in der Mehrheit dem Plan der Stadtverwaltung auch zustimmen. Die Politiker müssen sich mit dem Spar-Konzept schon in der nächsten Woche auseinandersetzen (22. bis 29. August) - in drei Ausschuss-Sitzungen sowie im Stadtrat.