Die Gesamtschule Wenden beginnt fünfzügig

Hubertus Zielenbach (links) und Stephan Niederschlag bei
Hubertus Zielenbach (links) und Stephan Niederschlag bei
Foto: WP

Hünsborn..  Für Peter Brüser steht die Fünfzügigkeit der neuen Wendener Gesamtschule ab dem Schuljahr 2013/2014 fest. „Die Schule wird fünfzügig starten. Das ist eine vernünftige Größe“, sagte der Bürgermeister bei der Podiumsveranstaltung der KAB Hünsborn mit den vier Fraktionsvorsitzenden im Gasthof „Zu den Dreikönigen“. Wie berichtet, liegen 117 Anmeldungen vor, wobei Nachmeldungen noch möglich sind.

Er mache keinen Hehl daraus, dass man nach den Elternbefragungen und den Infoveranstaltungen mit mehr Kindern hätte rechnen können, so Brüser weiter. Eine Ursache sei wohl die gebundene Ganztagsschule: „Viele Wendener sehen ihre Kinder mittags am liebsten zu Hause.“ Zudem habe es „eine relativ klammheimlich geführte Kampagne pro Realschule gegeben“, die jedoch offenkundig auf wenig Resonanz gestoßen ist. Die Rektorstelle an der neuen Gesamtschule kann nun ausgeschrieben werden. Dies ist Sache der Bezirksregierung Arnsberg, allerdings werde die Gemeinde Wenden mitreden. Derzeit gibt es laut Brüser Lehrer der noch bestehenden Schulen, die sich bereits für die neue Gesamtschule beworben haben.

Vakant ist auch die Leiterstelle der Realschule Wenden. „Die Stelle ist ausgeschrieben, aber es hat noch keine Bewerbungen gegeben. Bei einer Schule, die ausläuft, ist es schwierig, jemanden zu finden“, sagte Brüser.

Mit der Zukunft der Grundschulen und den dramatisch sinkenden Schülerzahlen beschäftigt sich derzeit der „Arbeitskreis Primarstufe“. „Gerlingen ist sehr stabil. Probleme könnte es geben in Rothemühle und Hünsborn“, meinte Grünen-Fraktionschef Elmar Holterhof. Zunächst werde es keine Auflösung eines ganzen Standortes geben, doch könnten weitere Verbünde, wie Wenden/Ottfingen, kommen. „Es ist ein Erfolg, wenn wir die Standorte solange wie möglich halten können, als eigene Schule oder im Verbund. Aber man muss auch ehrlich sein: Auf lange Sicht wird das nicht möglich sein“, sagte Stephan Niederschlag (SPD). Es sei zwar derzeit nirgendwo geplant, eine Schule zu schließen, doch wisse man nicht, was in ein paar Jahren sei, so Hubertus Zielenbach (CDU).

Es müsse nachgeforscht werden, warum die Leiterstelle der größten Grundschule in Wenden noch nicht ausgeschrieben worden sei, forderte CDU-Ratsfrau Angelika Henne: „Ich vermisse in der Diskussion, auch bei uns in der CDU, dass die Eltern in einer Veranstaltung informiert werden, was auf sie zukommt.“

Handlungsbedarf für die Grundschule Wenden sah auch Bürgermeister Brüser. Die kommissarische Leiterin Britta Halbe, eigentlich Rektorin der Biggetal-Grundschule Rothemühle, leiste eine Herkulesaufgabe. Dabei sei es schwierig eine neue Schulleitung in Wenden zu finden, da die Stelle ausgesprochen bescheiden dotiert sei.

Weiteres Thema: Energiepolitik. „Wenn wir sechs Windkraftanlagen kriegen, könnten wir die Bevölkerung in der Gemeinde Wenden doppelt versorgen“, sagte Holterhof. Derzeit gebe es noch in keinster Weise Festlegungen auf Standorte, so Brüser: „Wenn wir zwei Bereiche finden, wäre das eine gute Sache. Villeicht gibt es auch nur einen.“ Wie berichtet, will Wenden Bürgerwindräder. „Gibt es für einen Bürgerwindpark überhaupt Interesse oder haben da dann zwei oder drei Betuchte das sagen? Die Investoren stehen schon auf der Matte mit fertigen Verträgen“, so ein Vertreter der Waldgenossenschaft. Es werde in Wenden wohl nicht so gesehen, dass die Gemeinde selbst als Betreiber auftritt, so Ulrich Heinrich (UWG): „Ein Alleininvestor kann auf seiner Fläche nicht gezwungen werden, die Bürger zu beteiligen.“

Schließlich ging es auch um die Leerstandsproblematik. Häuser und Geschäfte stünden leer, so Zielenbach: „Je länger die Häuser leerstehen, desto wertloser werden sie.“ Auch die SPD sei der Meinung, dass das Thema schnell angegangen werden müsse, unterstrich Niederschlag. Dabei brachte es der SPD--Fraktionschef bezüglich leerstehender Ladenlokale auf den Punkt: „Wenn wir selber die Geschäfte vor Ort nicht mehr besuchen und über Internet bestellen, müssen wir uns auch an die eigene Nase packen.“

Derzeit gebe es noch keine Leerstandproblematik, meinte Brüser: „Im Gegenteil. Es werden viele Gebrauchthäuser veräußert. 72 im letzten Jahr in der Gemeine Wenden. Das ist eine stolze Zahl. Im Moment funktioniert der Markt noch sehr gut.“

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