Deutliche Mehrheit im Stadtrat für neues Rathaus in Olpe

Das Olper Rathaus: Laut Beschluss des Stadtrates soll es abgerissen werden.
Das Olper Rathaus: Laut Beschluss des Stadtrates soll es abgerissen werden.
Foto: Josef Schmidt
Mit einer Mehrheit von 32 zu 10 sprach sich der Stadtrat für den Abriss des Rathauses aus.

Olpe.. Kurz nach 20 Uhr am Donnerstag Abend war das Schicksal des Olper Rathauses besiegelt. Und die Mehrheit im Stadtrat fiel deutlicher aus, als mancher wohl erwartet hatte. 32 Ratsmitglieder von CDU, UCW und FDP sprachen sich gegen einen Erhalt des jetzigen Gebäudes aus, zehn (SPD, Grüne, ein UCW-Mitglied) dafür. Vorausgegangen war eine lange Diskussion und die Einigung von CDU und UCW auf den Wortlaut eines UCW-Antrages.

Damit steht fest, dass das jetzige Rathaus nicht saniert wird und bis zum Abriss nur noch unbedingt notwendige Reparaturen durchgeführt werden. Unter Einbeziehung des Bahnhofsgebäudes soll ein neues Rathaus errichtet werden. Über das Raumprogramm des Neubaus wird in einer gesonderten Sitzung entschieden. Es soll überlegt werden, wie man das Alte Lyzeum unter Auslagerung der Musikschule als Verwaltungsgebäude mitnutzen kann.

Die Kosten für den Neubau sollen „möglichst gering“ gehalten werden. Bestandteil der Planungen soll auch ein Museum sein. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein Konzept für den Bereich zwischen Kreuzkapelle, Finkenstraße, Kölner Straße mit Verbindung zur Oberstadt und dem Gelände am Obersee zu erstellen, um Schwerpunkte für die städtebauliche Entwicklung zu definieren. Außerdem soll der Neubau auf Antrag der FDP flexibel nutzbar sein.

Dem Beschluss vorausgegangen war eine zehnminütige Sitzungspause, während der sich CDU und UCW auf einen gemeinsamen Text verständigten und gut zwei Stunden intensiver Diskussion. Carsten Sieg (CDU) ließ keinen Zweifel an seiner Sichtweise: ein Neubau ist günstiger als die Sanierung, er macht die Nutzung des Bahnhofs und ein Museum möglich und erhöht die Servicequalität der Verwaltung.

Volker Reichel (SPD) dagegen kritisierte, dass nicht alle Fakten auf dem Tisch lägen. „Wir sollen eine Wild-Card für den Neubau ausstellen“, meinte er. Seine Kritik gipfelte in dem Vorwurf, die Befürworter hätten offensichtlich keine Skrupel, den Bürgern die Millionen aus der Tasche zu ziehen.

Udo Baubkus (UCW) fand, damit habe sich Reichel im Ton vergriffen und stellte klar: „Ich habe erhebliche Skrupel, in dieses Gebäude noch Geld zu investieren.“ Mit einem Neubau könne der Museumsbeschluss umgesetzt werden und: „Der alte hässliche Klotz kommt weg.“

Hans Nenne (Grüne) wollte wissen, ob denn mögliche städtebauliche Vorteile jeden Preis wert seien und kündigte an, dass sich die Grünen gegen den Abriss aussprechen würden. Genau konträr lag Andreas Stenzel (FDP). Man könne, so sagte er, eine Entscheidung für oder gegen ein neues Rathaus „nur unter städtebaulichen Gesichtspunkten betrachten“.

Lothar Epe (CDU) dachte weiter. Er sieht die Verwaltungen vor einem Kampf um gute Mitarbeiter. Angenehme Arbeitsplätze seien da ein gutes Argument. Er räumte ein: „Das Grundproblem war ein städtebaulicher Fehler der 70er Jahre.“ Und dem solle nun ein „schlichtes multifunktionales und energetisch optimales Rathaus“ folgen.

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