„Derzeitige Mobilität ist nicht zukunftsfähig.“

Werner Riedel
Mobilitätsmanagement an Schulen: Mehrere Schulen in NRW wie hier das Gymnasium im Loekamp in Marl haben bereits vor Jahren einen Fahrrad-Pool eingerichtet.
Mobilitätsmanagement an Schulen: Mehrere Schulen in NRW wie hier das Gymnasium im Loekamp in Marl haben bereits vor Jahren einen Fahrrad-Pool eingerichtet.
Foto: WAZ WP
Theo Jansen vom Zukunftsnetz Mobilität NRW referierte im Lennestädter Bauausschuss über die Anforderungen an funktionierende Verkehrsplanungen.

Lennestadt.  Bei den Ausführungen von Theo Jansen vom „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ im Lennestädter Ausschuss für Stadtentwicklung kam durchaus ein Gefühl von Jules Vernes Zukunftsvisionen auf. Selbst fahrende Wohnmobile auf Urlaubstour, die Insassen beim Frühschoppen. Kinder, die lieber zu Fuß zur Schule laufen statt das Eltern-Taxi in Anspruch zu nehmen. Pkw, die mehrere Bürgerinnen und Bürger abwechselnd benutzten. Das Schlagwort Car-Sharing sei hier genannt.

Jansen war nicht nach Lebestadt gekommen, um der Stadt ein fertiges Konzept über zu stülpen: „Wir machen nur Angebote. Es kommt auf Sie an, was Sie daraus machen.“

Mobilitätsmanagement

Das Kommunale Mobilitätsmanagement wolle Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen bei strukturellen Entscheidungen unterstützen mit Rat und Tat. Und auch Geld sei in der Kasse, um Projekte anzuschieben. Natürlich sehen die Experten schon Unterschiede zwischen der Verkehrssituation in den Städten und Großstädten an Rhein und Ruhr sowie den ländlichen Regionen,

Die Infrastruktur sei mit Bahnen - vom ICE über U- und S-bis hin zu Straßenbahnen und Bussen im urbanen Kontext - weitaus umfangreicher. Aber auch im ländlichen Raum gebe es pfiffige Lösungen, die täglichen Verkehrströme zu reduzieren. Mitfahrgelegenheiten, Bürgerbusse, Elektro-Bikes, Umsteigestationen von Fußgängern und Radfahrern in Bus und Bahn seien denkbar. Dafür müsse aber eine moderne Infrastruktur aufgebaut werden. Es sei zu überlegen, um die früheren Werksverkehre zu großen Unternehmen zu neuem Leben erweckt werden könnten.

Langfristige Planungen

Jansen: „Die derzeitige Mobilität ist nicht zukunftsfähig.“ In den Städten sei bei der jüngeren Generation ein Umdenken festzustellen: „Für die ist nicht der Führerschein erstrebenswert, sondern die Bahncard 100.“ Fachleute des ADAC forderten inzwischen die Installierung von Mobilitäts-Managern in Städten oder Kreisen. In NRW sei inzwischen für Schulen aller Typen ein Mobilitäts-Beauftragter vorgeschrieben. Eine Umstrukturierung sei nur in Kooperation mit den verschiedensten Partnern möglich. Veränderte Verkehrslösungen müssten in langfristige Planungen einbezogen werden. BM Hundt: „Wir werden unsere Planungen in diese Richtung modifizieren.““