Darf die Stadt machen was sie will?

Industriegebiet. Mittlerweile dürfte jedem das Thema Industriegebiet Eckenbachtal in Attendorn bekannt sein. Viele Bürger denken: „Es ist sowieso schon alles erledigt.“ Ist das wirklich so? Warum rollen die Bagger noch nicht, wie vor einem Jahr von unserem Bürgermeister angekündigt? Auf die gezielte Nachfrage, ob es schon konkrete Interessenten (außer einer Tankstelle) oder sogar Käufer gibt, bekommt man die Antwort: „Wir haben die Prognose eines renommierten Marktforschungsunternehmens.“

Soll das wirklich ausreichen, um dieses Millionenprojekt, welches im Endeffekt auf den Schultern der Bürger ausgetragen wird, zu rechtfertigen? Warum wird ein Industriegebiet geplant, wenn in einem existierenden Industriegebiet noch Hallen leer stehen und die Nachbargemeinde eine Kooperation bei bereits erschlossenen Flächen anbietet?

Sollten die Bagger wirklich rollen, wird eine Landschaft mit einem urwüchsigen Charakter unumkehrbar zerstört. An vielen Orten werden die negativen Auswirkungen zu sehen, zu riechen, zu hören und zu schmecken sein.

Naturschutz: Quellen, Bäche, Gewässer sollen um bis zu sechs Metern höher gelegt werden, obwohl sie unter Schutz stehen (durch Gutachten belegt). Was passiert mit den Amphibien und anderen Tieren? Die Stadt will z.B. alle Junkers Quellschnecken (geschützte Art) einsammeln und später wieder aussetzen. Wo sollen die Tiere in der Zwischenzeit, während der Bauphase hin? Was passiert mit den restlichen Amphibien, die in den Gewässern angesiedelt sind oder z.B. mit der geschützten Geburtshelferkröte? Werden diese Tiere sterben?

Darf die Stadt machen was sie will?

Hat sich jemand darüber Gedanken gemacht, dass die Frischluftzufuhr in Attendorn durch das Eckenbachtal gewährleistet wird? Sind im Eckenbachtal erst einmal Industrieunternehmen angesiedelt, wird durch die großflächige Versiegelung des gesamten Industriegebietes die Lufthygiene in Attendorn stark beeinträchtigt.

 
 

EURE FAVORITEN