Dampflok Emma steht jetzt in Hützemert

Mit Spezialtransportern wurde die 100 Jahre alte Dampflok nach Hützemert gebracht.
Mit Spezialtransportern wurde die 100 Jahre alte Dampflok nach Hützemert gebracht.
Foto: WP

Hützemert..  Emma ist in Neu-Lummerland angekommen: Eine 100 Jahre alte Dampfspeicherlok, die bislang im Eisenbahnmuseum Gummersbach-Dieringhausen vor sich hin rostete, sorgt seit Donnerstag in Hützemert für historisches Eisenbahn-Flair. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“, freute sich Ingo Grütz (45) vom örtlichen Dorfverein, als die die im Jahr 1914 von der Firma Hohenzollern unter der Typ-Bezeichnung „Barmen“ in Düsseldorf gebaute Lok nach einem mehrstündigen Kraftakt endlich am Alten Bahnhof auf den Gleisen stand.

Wenige Stunden vor „Emma“ waren auch ein alter Waggon und ein Flachwagen in Hützemert abgeladen worden.

Die ehrgeizigen Pläne des rührigen Dorfvereins sehen vor, ein historisches Bild wieder aufleben zu lassen. An dem alten, unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsgebäude, das zum Dorfhaus mit Jausenstation umgebaut wird, soll es so aussehen wie früher: Während ein Stückgutwagen beladen wird, steht die dazu gehörige Lok schon unter Dampf.

Drei Schwerlasttransporter waren am Donnerstag im Einsatz, um die 30 Tonnen schwere Dampfspeicherlok und die Anhänger zum Zielort zu bringen. Zwei Kranwagen hoben die alten Schienenfahrzeuge dann aufs Gleis.

Glück im Unglück

Kurz nach Mittag drohte das Unterfangen noch auf den letzten Metern zu scheitern: Beim Rangieren riss an dem Tieflader der Verschlussstopfen eines Kondenswasserventils ab. Doch dank tatkräftiger Unterstützung von Experten der unmittelbar nebenan befindlichen Firma Huhn konnte der Schaden repariert werden. Gegen 14.30 Uhr war es dann so weit: Von rund 200 Bürgern jubelnd empfangen, rollte die in Dieringhausen auf einen Spezialanhänger gehievte Lokomotive auf das Hützemerter Bahnhofsgelände.

Der Rest war Routine: Nachdem die Fachleute aus Ennepetal die Lok bombensicher festgekettet hatten, schwebte „Emma“ am Haken der beiden Kranwagen von dem Tieflader auf das Bahnhofsgleis.

Der Dorfverein will das alte Dampfross und die Waggons nun wieder optisch auf Vordermann bringen.

Dienstantritt bei Henkel

Rollen wird die Lok allerdings nicht mehr. „Sie hat einen Zylinderschaden“, so Ingo Grütz

„Emmas“ erster Einsatzort war die Waschmittelfabrik Henkel & Cie in Düsseldorf. Von 1951 bis 1981 leistete sie in der Rheinischen Pappenfabrik AG in Monheim gute Dienste. Seit 1982 war die Lok mit der Fabriknummer 3304 im Besitz der IG Bw Dieringhausen, Förderverein des Eisenbahnmuseums Gummersbach-Dieringhausen.

Eine Lok, einen Anhänger und einen Waggon gibt’s natürlich nicht umsonst. Mit rund 30000 Euro inklusive Transport und Umheben ist dem Dorfverein aber ein echtes Schnäppchen gelungen.

 
 

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