Bürger zahlen soviel Steuern wie nie zuvor

Amtsvorsteherin  Christiane Pfender-Stracke und ihr Stellvertreter Rudolf Lautwein.
Amtsvorsteherin Christiane Pfender-Stracke und ihr Stellvertreter Rudolf Lautwein.
Foto: WP

Kreis Olpe..  NRW-Finanzminister Walter-Borjans kann sich die Hände reiben. Das Finanzamt Olpe nahm im letzten Jahr 687.676.703 Euro an Steuern ein, soviel wie niemals zuvor. Rechnet man Kirchensteuer (32,05 Mio. Euro) und Solidaritätszuschlag (22,06 Mio) dazu, belaufen sich die Gesamteinnahmen im letzten Jahr im Finanzamtsbezirk Olpe auf 741.788.898 Euro. Würde das Amt noch die KFZ-Steuer (15,7 Mio.) vereinnahmen, die jetzt vom Zollamt eingezogen wird, hätte das Finanzamt Olpe locker die dreiviertel Milliarde geknackt.

Spiegelbild der Konjunktur

Gewaltige Zahlen und „das historisch höchste Ergebnis im Kreis Olpe“, so Amtsvorsteherin Christiane Pfender-Stracke, die die neuen Rekordzahlen gestern zusammen mit ihrem Stellvertreter Rudolf Lautwein präsentierte. Das bisherige Rekordjahr 2012 wurde um knapp 3 Millionen übertroffen, das etwas schwächere Jahr 2013 um satte 21,2 Mio. Euro. Haupteinnahmequellen des Fiskus bleiben die Lohn- und die Umsatzsteuer, die zusammen allein 74,1 Prozent der Einnahmen in die Finanzkassen spulen. Beide sind weiter im Aufwind „durch die stabile Beschäftigungslage und -quote und die gute Gewinnsituation der mittleren Unternehmen, die hier durchgeschlagen ist“, so Pfender-Stracke.

Die Lohnsteuern legten um satte 5,88 Prozent, die Umsatzsteuern um noch sattere 8,59 Prozent zu, eine Folge der Konjunktur und des Konsums. Was heißt: die Bürger geben mehr Geld im Kreis aus.

Einzig die Einkommenssteuer ist leicht gesunken, bleibt aber auf „sehr hohem Niveau“. Für den Rückgang waren keine Gewinneinbrüche, sondern verstärkte Investitionen der Unternehmen verantwortlich.

Für einen seriösen Blick in die Zukunft sei es noch zu früh, betont Rudolf Lautwein. Die ersten Signale dürften den Finanzminister die nächste Flasche Sekt kalt stellen lassen. Im Januar flossen 10,5 Mio bzw. 33 Prozent mehr Steuern in die Fiskuskasse als im Januar des neuen historischen Rekordjahrs 2014.

ElSTER nutzen

An die 38567 steuerpflichtigen Arbeitnehmer und 13566 Unternehmer im Kreis appelliert das Finanzamt für die Steuererklärung den elektronischen Übermittlungsweg per ELSTER-Software zu nuten. Lautwein: „Das spart Zeit und verringert die Fehlerquote.“

Das Finanzamt selbst setzt bei der Kontrolle und Suche nach fehlerhaften Steuererklärungen ebenfalls auf Kollege Computer. Christiane Pfender-Stracke: „Jeder Fall durchläuft bei uns bestimmte Suchfilter nach Unregelmäßigkeiten.“ Damit sich Walter-Borjans auch in Zukunft weiter freuen kann.

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