Brücke aus Superbeton schwebt im Rosenthal

Die Brückenplatte aus dem Superbeton Futur C 1 wurde gestern im Olper Rosenthal installiert.
Die Brückenplatte aus dem Superbeton Futur C 1 wurde gestern im Olper Rosenthal installiert.
Foto: WP

Olpe/Rosenthal..  „Da hätte auch die Hälfte gereicht. Die haben wohl unserem Material nicht so recht getraut“, witzelte Prof. Dr. Reinhard Trettin, Bau- und Werkstoffchemiker der Uni Siegen, heute Morgen, während sich gerade die etwa 30 cm dicke Brückenplatte auf die Stützpfeiler im Rosenthal senkte.

Mit „unserem Material“ war der Superbeton Futur C1 aus der Hünsborner Nanotechnologie-Schmiede Zoz gemeint (wir berichteten). Mit Hilfe dieses Werkstoffs wurde im Rahmen eines vom Bundesforschungsministeriums (BMBF) geförderten Modellprojekts die Betonplatte für die neue Geh- und Radwegebrücke im Rosenthal gefertigt, die zum neuen Radweg von Drolshagen nach Olpe gehört.

Prof. Dr. Henning Zoz pflichtete dem Siegener Uni-Professor natürlich sofort bei: „Sicherlich hätte man auf 30 bis 40 Prozent Materialstärke verzichten können.“

Der technische Clou an der Sache: Futurbeton C1, so versichert Zoz, sei genauso leistungsfähig wie der hochwertigste Dyckerhoff-Zement, aber deutlich umweltschonender, da für seine Herstellung viel weniger Energie notwendig sei.

Da dringt nichts ein

Und Uni-Professor Trettin fügt hinzu: „Wir haben zahlreiche Tests gemacht. Da dringt nichts ein. Es gibt keine Frost- und Feuchtigkeitsschäden.“

Neben der Firma Zoz und der Uni Siegen gehören zum Brückenbau-Konsortium die Weltfirma Dyckerhoff, Runkel Hochbau (Siegen) und Fuchs-Lubritec (Weilerbach). Das Konsortium baut die Brückenplatte, trägt alle weiteren Projektkosten und wird dafür vom Bundesforschungsministerium gefördert. Gesamtkosten: rund 930 000 €, Laufzeit: Fördervolumen: 553 721 €.

Neben der Brücke werden im Rahmen des Projekts noch zwei vier Meter hohe Obelisken gefertigt, die weithin signalisieren sollen: Hier ist etwas Außergewöhnliches entstanden. Einer davon sollte nach den Vorstellungen von Henning Zoz auf den Hünsborner Kreisel, doch daraus wurde nichts. Auf den Obelisken werden die Mitglieder des Firmen- und Uni-Konsortiums verewigt und Infos über technische Details für die Nachwelt dokumentiert.

Henning Zoz berichtete rückblickend, in seinem Betrieb in Hünsborn sei im Zwei-Schichtbetrieb etwa 1,5 Tonnen nanostrukturierter und somit „aktiver Hüttensand“ hergestellt worden. Zoz: „Den hat unser Partner Dyckerhoff dann als Schlüsselkomponente für den Spezialzement verwendet.“

Die Firma Runkel fertigte schließlich die 8,90 m und 2,23 m breite Brückenplatte, die seit heute Morgen im Rosenthal zu sehen ist. Runkel-Bauleiter Frank Siedenstein: „Schon bei der Herstellung des Betonteils wurde deutlich, dass das Material deutlich schneller eine höhere Festigkeit erreicht.“ Die Stadt Olpe habe aber auf der Materialdicke bestanden.

Hans Venc vom Olper Bauamt klärte auf: „Die Brücke hier im Rosenthal gehört zu einem Bundesstraßen begleitenden Radweg, deshalb ist das eigentlich Sache des Bundes. Wir haben für den Landesbetrieb Straßenbau aber die Projektleitung übernommen.“ Im Zuge des Radweges von Drolshagen nach Olpe müssten fünf Brückenbauwerke erneuert bzw. saniert werden. Die erste sei die vor dem Gewerbepark Hüppcherhammer gewesen, die im Rosenthal jetzt die zweite.

Venc: „Im Sommer soll der Radweg fertig und nutzbar sein.“

 
 

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