Brandanschlag auf Flüchtlingsheim in Kirchhundem-Rinsecke

In einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Kirchhundem-Rinsecke hat es erneut gebrannt. Anwohner bemerkten am Sonntagabend (28.02.2016) gegen 22 Uhr einen Feuerschein aus dem Haus und alarmierten die Rettungskräfte. Nach ersten Erkenntnissen hatten die unteren Stufen einer Treppe gebrannt.
In einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Kirchhundem-Rinsecke hat es erneut gebrannt. Anwohner bemerkten am Sonntagabend (28.02.2016) gegen 22 Uhr einen Feuerschein aus dem Haus und alarmierten die Rettungskräfte. Nach ersten Erkenntnissen hatten die unteren Stufen einer Treppe gebrannt.
Foto: WP
Gegen 22 Uhr bemerkten aufmerksame Passanten am Sonntagabend Feuerschein im designierten Flüchtlingsheim in der Rinsecker Straße 62.

Kirchhundem-Rinsecke. Gegen 22 Uhr bemerkten aufmerksame Passanten am Sonntagabend Feuerschein im designierten Flüchtlingsheim in der Rinsecker Straße 62. Die sofort alarmierte Feuerwehr rückte mit rund 50 Einsatzkräften und der Drehleiter aus Meggen an. Den Blauröcken gelang es, das Feuer, das die Innentreppe zum großen Teil zerstört hatte und durch dessen Hitzeentwicklung etliche Fensterscheiben gesprungen waren, in kurzer Zeit abzulöschen. Anschließend wurde das Gebäude mit Ventilatoren durchlüftet.

Brandstiftung

Schnell war den Polizeibeamten vor Ort klar, dass es sich um Brandstiftung und einen erneuten Anschlag auf die Flüchtlings-Unterkunft handelte. Denn im Erdgeschoss waren die Scheiben eines Fensters mit einem Stein eingeschlagen worden. Damit handelt es sich um den vierten, wenn nicht sogar fünften Anschlag auf d as Gebäude seit Januar 2015.

Weil zum jetzigen Zeitpunkt ein fremdenfeindlicher Hintergrund für die erneute Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann, wurde der Staatsschutz beim Polizeipräsidium Hagen eingeschaltet. Der stockte die Ermittlungsgruppe von 3 auf 5 Mitarbeiter auf.

Zweimal war im Laufe der letzten 13 Monate das Gebäude mutwillig unter Wasser gesetzt worden, jetzt wurde auch zum zweiten Mal die Innentreppe in Brand gesteckt. Der Besitzer des renovierten Hauses hatte Ende letzten Jahre festgestellt, dass der Einfüllstutzen für Heizöl zubetoniert worden war.

Alarmbereitschaft

Die Polizei befand sich deshalb bereits seit Monaten in erhöhter Alarmbereitschaft. Tagsüber und nachts waren Polizeistreifen im Einsatz, um den Tatort zu kontrollieren. Das Vorhaben des Staatsschutzes, das Objekt mit Videokameras zu überwachen, gestaltete sich schwierig, führt doch unmittelbar vor der Haustür die Verbindungsstraße von Rinsecke zum Panoramapark her. Rechtliche Bedenken im Zusammenhang mit dem Datenschutz verhinderten nach Informationen unserer Zeitung bisher die Überwachung der Gebäudefront. Und genau durch diese drangen der oder die Täter ins leer stehende Haus ein.

Eigentlich sollte bereits am letzten Freitag eine Flüchtlingsfamilie, die bisher im Waldhof bei Oberhundem untergebracht ist, in das bezugsfertige Haus in Rinsecke einziehen. Bürgermeister Andreas Reinéry: „Es war der reine Zufall, dass der Einzugstermin auf diese Woche verschoben wurde. „ Kaum auszudenken seien die Folgen, wenn das Haus bewohnt gewesen wäre. Die Behörden ermitteln in alle Richtungen. Und fragen sich dabei auch, ob der oder die Täter so skrupellos sind, über die bisherigen erheblichen Sachbeschädigungen hinaus auch Menschenleben zu gefährden: „Vielleicht wäre eine schnelle Belegung das Beste.“

Entscheidungsprozess

Der erneute Sachschaden ist immens. Mindestens vier Wochen, so schätzt Reinéry, werden die Reparaturarbeiten dauern. Eine Frist, in der sich die Geeinde Gedanken übers weitere Vorgehen machen kann: „Würden wir auf die Nutzung des Gebäuds als Flüchtlingsheim verzichten, könnte das ein Signal für andere Orte bedeuten. Keinesfalls werden wir Menschen derartigen Gefahren aussetzen. Jetzt kommt es darauf an, wie sich das Dorf Rinsecke verhält.

Willkommenskultur

In einer Bürgerversammlung vor einigen Tagen war es breiter Konsens, Flüchtlinge willkommen zu heißen. Allerdings dürften in dem Gebäude nicht nur Einzelpersonen untergebracht werden. Was Reinéry gestern bestätigte: „Es wird eine Mischung aus Familien und Singles sein, gerecht auch im Vergleich mit den anderen Orten.“

 
 

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