Bis heute kein Zeichen von Reue

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Folgt das Gericht dem Staatsanwalt, dann werden Rüdiger Höffken und Christof Hoffmann noch längere Zeit im Gefängnis verbringen.

Attendorn / Olpe.  Folgt das Gericht dem Staatsanwalt, dann werden Rüdiger Höffken und Christof Hoffmann noch längere Zeit im Gefängnis verbringen.

Für die Anklage beantragte Matthias Rhode für Rüdiger Höffken gleich zwei Gefängnisstrafen: zwei Jahre und sechs Monate für das Strafverfahren aus 2008 (Steuerhinterziehung) und den Verkauf einer Lackieranlage von einer RH-Firma an eine andere RH-Firma (aus dem Erlös hatte er die Steuernachzahlungen und den Strafbefehl bezahlt) sowie fünf Jahre für die restlichen Anklagepunkte. Christof Hoffmann soll eine dreijährige Gefängnisstrafe verbüßen, Jörg S. käme mit zwei Jahren auf Bewährung davon.

Die addierten sieben Jahre und sechs Monate begründete Staatsanwalt Rhode in einer schonungslosen Abrechnung mit der Person Rüdiger Höffken. Er warf ihm vor, bis heute kein Zeichen von Reue gezeigt oder Bereitschaft signalisiert zu haben, Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen. Auch das späte und „schlaffe Geständnis“ habe nichts daran geändert. Höffken bleibe in seinem kriminellen System verhaftet: „Ich bin sicher, es wird mit ihm ein Wiedersehen vor Gericht geben.“

Rhode attestierte dem Attendorner „Rechtsfeindlichkeit“ sowie eine „negative, gewissenlose und rücksichtslose Gesinnung“. Ziel sei es, seinen „weiß Gott luxuriösen Lebensstil fortzusetzen und andere dafür die Zeche zahlen zu lassen.“ Persönlich übel genommen habe er ihm, dass er seinen behinderten Sohn als Alibi für das in die Schweiz geschaffte Geld missbraucht habe: „Da kommt mir der Kaffee hoch.“

Banco Popular

Für Höffken spricht nach Ansicht des Staatsanwaltes auch nicht, dass er bis zuletzt versucht habe, ein weiteres Auslandskonto zu verbergen. Vor wenigen Tagen war der Staatsanwaltschaft bekannt geworden, dass Rüdiger Höffken ein Konto in Madrid bei der Banco Popular unterhält.

Nicht ganz so hart ins Gericht ging Rhode mit Christof Hoffmann. Seine Bereitschaft, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an der Schadensbegrenzung zu beteiligen, lobte der Staatsanwalt. Er sieht in Hoffmann eine Art Ziehsohn oder Ersatzsohn, der seine Seele an Rüdiger Höffken verkauft habe. Er sei finanziell wie emotional abhängig von Höffken, auch weil er aufgrund seiner eingeschränkten intellektuellen Möglichkeiten keine nennenswerten Berufsaussichten habe.

Tumber Vollstrecker

Rhode geht davon aus, dass Hoffmann bis heute die Hintergründe des Verkaufs der Lackieranlage nicht verstanden habe. Er sieht in ihm den „tumben Vollstrecker“ Höffkens.

Jörg S. sollte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft mit einer Bewährungsstrafe davon kommen, weil er sich als einziger dem „System Höffken“ entzogen und frühzeitig ein Geständnis abgelegt habe.
Auch wenn er jetzt die Quittung in Form seiner Entlassung erhalten habe und sich einer Vielzahl von gerichtlichen Auseinandersetzungen gegenüber sehe.

 
 

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