Bestorganisiertes Poker-Turnier in Deutschland

Beim "Sit and go"ließen die Poker-Profis ihr Können aufblitzen, Aber auch die Amateure bewiesen ausgezeichnete Poker-Qualitäten.
Beim "Sit and go"ließen die Poker-Profis ihr Können aufblitzen, Aber auch die Amateure bewiesen ausgezeichnete Poker-Qualitäten.
Foto: WP
Bis spät in die Nacht hinein waren die Tische beim Finale des Pokerturniers in Altenhundem besetzt. Dabei bewiesen die zahlreichen Amateure eindrucksvoll ihre ihre Qualitäten. Die Profis George Danzer und Christophe Groß waren des Lobes voll für die Organisation und den Ablauf des Turniers.

Altenhundem.. Für gewöhnlich haben kleine Fische im großen Haifischbecken keine, oder nur geringe Chancen. Beim Pokern ist das anders. Neben einer gewissen Professionalität zählen Cleverness, Taktik und ein Quäntchen Glück zu den Garanten dafür, möglichst viele Chips vor sich zu horten. Aber auch das muss nicht unbedingt reichen. Eine einzige gute Hand kann das Blatt wenden und den „Looser“ binnen Sekunden zum großen Gewinner machen.

Immer noch Männersache

Den Beweis lieferte das 2. Charity Pokerturnier am Samstag in der Sauerlandhalle Altenhundem. 300 mehr oder weniger professionale Pokerspieler kämpften in zwei Heats um einen der begehrten Finalplätze Unter anderem standen Vereinsspieler der „angry dice“ aus Siegen und des „Cottins Poker Club“ Olpe auf der Liste. Auf Nachfrage, wie viele Frauen dabei sind, antwortete Mitorganisator Ralf Naporra: „18 Frauen haben sich angemeldet. Pokern ist immer noch männlich.“

Da Jan Heitmann krankheitsbedingt ausfiel und der weitere Favorit George Danzer frühzeitig in der Vorrunde ausschied lag das besondere Augenmerk der Besucher natürlich Christophe Groß alias Crazy Sheep. Der professionelle Pokerer lebt in einer Poker-WG auf Malta. Alleine sein Erscheinungsbild zog viele Blicke auf sich. Aber das war längst nicht alles. Vielleicht ließ sich anhand seiner Mimik eine Taktik erkennen? Fehlanzeige! Crazy Sheep blieb cool, diskutierte angeregt mit seinen Tischnachbarn und verzog keine aussagekräftige Mine.

Crazy Sheep wird 44.

Das nötige Quäntchen Glück schien ihm zu fehlen. Als nur noch etwa 20 Prozent seiner Chips übrig waren setzte der Profi alles auf eine Karte. Es wirkte. Nach einer Wette mit Ralf Naporra kletterte der „Etat“ beachtlich an. Mit dem gesunden Polster in petto gönnte sich Christophe Groß erstmal einen Glimmstängel. Er qualifizierte sich fürs Finale, wo er auf Platz 44 landete. Doch bis dahin hatten die Pokerer und Besucher die Gelegenheit, den beiden Profis auf den Zahn zu fühlen.

George Danzer und Christophe Groß machten beide Abitur und studierten einige Semester, bis sie live und online „Karriere“ am Pokertisch machten. „Wie fängt ein Profi an?“ Synchron antworteten die gut gelaunten Interviewpartner: Mit dem Lesen des Buches von Dan Harrington. Die nächste Frage: „Habt ihr alles richtig gemacht?“ beantwortete Crazy Sheep prompt: „Jeder soll tun, was ihm Spaß macht. Ich würde es wieder genauso machen.“

Die Zeit bis zum Finale wurde mit einem „Sit and go“, bei dem die Organisatoren mit den beiden Stars an einem Tisch saßen, überbrückt. Hinzu kamen fünf weitere Turnierteilnehmer, die durch Losen ermittelt wurden. Eine rundum gelungene gut organisierte Veranstaltung für den guten Zweck, die von George Danzer mit den Worten: „Das ist das bestorganisierte Turnier Deutschlands“, kommentiert wurde.

Den Sieg nahm Walter Ternes samt einem Flachbildschirm mit nach Brühl. Den Erlös, der nach ersten „Hochrechnungen“ noch höher ausfällt als im vergangenen Jahr (/damals waren es rund 4000 Euro) wird wieder dem Verein „Frauen helfen Frauen“ und „Strahlemännchen“ gespendet.

 
 

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