Bauantrag für drei neue 200-Meter-Räder

Das Interesse an Windkraft im Sauerland wird  auf der Betreiberseite immer größer.
Das Interesse an Windkraft im Sauerland wird auf der Betreiberseite immer größer.
Foto: dapd
Eine international tätige Windenergie-Aktiengesellschaft will in der Stadt Olpe bauen.

Olpe.  Das Thema Windenergie nimmt in der Stadt Olpe momentan durch einen konkreten Bauantrag Gestalt an: Die international tätige Aktien-Gesellschaft ABO-Wind mit Zentrale in Wiesbaden hat den Antrag für drei 200-Meter-Anlagen an den Kreis Olpe als zuständige Behörde für ein Verfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (Bimsch) gestellt, wie Kreisdirektor Theo Melcher auf Anfrage bestätigte.

Melcher: „Der Antrag liegt vor, ist aber noch nicht vollständig. Wir sind verpflichtet, uns jetzt damit zu beschäftigen und darüber zu entscheiden.“

Im Rahmen des Verfahrens werde natürlich auch die Stadt Olpe eingebunden, da die Planungshoheit der Stadt tangiert werde. Melcher: „Die Stadt kann beantragen, dass das Gesuch um ein Jahr zurückgestellt wird.“ Genau das beabsichtigt die Stadt, wie Olpes technischer Beigeordneter Bernd Knaebel auf Anfrage mitteilte: „Wir schlagen vor, dass der Bauausschuss am Donnerstag einen entsprechenden Planaufstellungsbeschluss fasst.“ Und das im Rahmen eines „Teilflächennutzungsplans Windenergie“. „Fach-Chinesisch“, das für den Laien schwer zu verstehen ist. Im Klartext bedeutet es: Die Stadt fasst den Grundsatzbeschluss, weitere Konzentrationszonen für Windräder auszuweisen, dafür kann der Kreis den Bauantrag von ABO-Wind um ein Jahr auf Eis legen. Melcher: „Bei besonderen Gründen ist auch das Aussetzen um ein weiteres Jahr möglich.“

Sechs Räder drehen sich bereits

Die Stadt Olpe hat momentan zwei Konzentrationszonen mit insgesamt sechs Windkraftanlagen, drei nördlich von Rehringhausen, drei südlich – am Engelsberg.

Die von ABO-Wind beantragten Anlagen sollen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei Anlagen im Rehringhauser Wald gebaut werden. Amaya Hilpert von der Planungsabteilung von ABO-Wind dazu: „Es sind 3,3-Megawatt-Anlagen geplant mit einer Nabenhöhe von 140 Metern. Die Gesamthöhe beträgt rund 200 Meter.“

Interesse schon seit 2012

Für den Standort im Rehringhauser Wald in der Nachbarschaft der bereits bestehenden Konzentrationszone interessiere man sich bereits seit 2012. Nach der Fertigung mehrerer Fach-Gutachten sei man zum Schluss gekommen, dass es sich um einen geeigneten Standort handele. Noch offen sei, in welcher Form der Windpark später betrieben bzw. vermarktet werde. Unklar sei momentan auch, ob der Windpark nach altem oder neuem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) betrieben werden könne.

Die neuen Windräder würden, wenn die Genehmigung vorliege, in die gleiche Windrichtung hinter die drei bestehenden Anlagen gestellt, allerdings in ausreichender Entfernung, um ungünstige Auswirkungen zu vermeiden. Hilpert: „Vom Landschaftsbild werden die alten und die neuen Anlagen zusammen wahrgenommen.“

Hilpert, aber auch der Vorsitzende der Rehringhauser Waldgenossen, Philipp Hammeke, bestätigten gleichlautend, es gebe bereits einen entsprechenden Pachtvertrag über die für den Bau notwendigen Flächen.

Einstimmiger Beschluss

Hammeke erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass der Beschluss dafür von den Waldgenossen einstimmig gefasst worden sei. Der Pachtvertrag mit den Rehringhausern beinhalte aber nur Flächen für zwei Windräder.

In Rehringhausen gibt es allerdings mitnichten nur Befürworter des Projekts: Die Bürger-Initiative „Rehringhauser Berge“ protestierte bereits mehrfach gegen weitere Windräder in Sichtweite des Dorfes. Hauptgrund, so die BI: Man sei durch die sechs Anlagen bereits „eingekreist“.

BI will Projekt unbedingt verhindern

Die Bürger-Initiative „Rehringhauser Berge“ lädt für Montag, 14. März, um 19.30 Uhr in den Gasthof zur Post zur Bürgerversammlung ein. Thema: der geplante Bau der neuen Windräder. BI-Vorsitzender Christoph Gerhard versicherte auf Anfrage: „Wir werden alles tun, um das Projekt zu verhindern.“ Die BI kritisiert u. a., das Dorf werde gespalten, die Gesundheitsrisiken würden ignoriert, tausende Vögel würden geschreddert, die EEG-Umlage sei volkswirtschaftlicher Wahnsinn.

 
 

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