Aufwändiger Armaturentausch an Gaspipeline

Das ist eine kaum vorstellbare Menge: 1,3 Millionen Kubikmeter Erdgas müssen in den nächsten Tagen in Girkhausen mit einer mobilem Kompressor umgepumpt werden, damit Spezialisten auf einer Baustelle bei Schwarzenau eine Armatur in einer der größten Erdgaspipelines Deutschlands austauschen können. Konkret soll bei Schwarzenau ein neuer Schieber, also ein Absperrventil, eingesetzt werden.

„Dazu muss die Leitung in diesem Abschnitt gasfrei gemacht werden. Wir werden in der ersten Juniwoche zwei mobile Verdichter bei Girkhausen aufstellen, die das Erdgas aus dem Sperrabschnitt umpumpen“, erläutert Helmut Roloff, ein Sprecher des Leitungsnetz-Betreibers Open Grid Europe.

Brennstoff wird nicht abgefackelt

Weil es sich um klimaschädliches Methangas handelt, soll dieser Brennstoff nicht einfach in die Umgebungsluft abgelassen oder gar abgefackelt werden. Außerdem handelt es sich um 1,3 Millionen Kubikmeter eines wertvollen Energieträgers, die verkauft werden sollen. „Wenn sie mit 3000 Kubikmetern rechnen könnten sie mit dieser Menge 430 Einfamilienhäuser ein Jahr lang heizen“, erläutert Helmut Roloff. Für das Umpumpen und den Austausch der Armatur rechnet Roloff mit gut zwei Wochen Arbeitszeit. Der Austausch solcher Bauteile ist ansich nichts Besonderes. Der Blick in die von der Spezialfirma Vorwerk ASA GmbH freigelegte Baugrube an der Kreisstraße Richtung Hüttental oberhalb von Schwarzenau zeigt aber, dass dies auch nichts Alltägliches ist: Nur selten hat man die Gelegenheit, einen so guten Blick auf eine der größten Rohrleitungen Deutschlands zu werfen, die sonst von Erdreich bedeckt ist. Mit 1,2 Metern Innendurchmesser gehört die 258 Kilometer lange Ferngasleitung von Werne über Wittgenstein bis nach Sannerz bei Schlüchtern zu den stärksten und bedeutendsten in Deutschland. Hier fließt norwegisches oder niederländisches Gas von Nord nach Süd. Nur die Ostseepipeline, die russisches Erdgas nach Deutschland pumpt, ist mit 1,4 Metern Durchmesser noch dicker, weiß Helmut Roloff. Für die Zeit der Bauarbeiten braucht übrigens niemand Angst zu haben, dass der Gashahn zugedreht ist. Die einzelnen Armaturen verfügen über Bypassleitungen. Und das ganze funktioniert, so Roloff, wie im Stromnetz: Andere Versorgungsleitungen übernehmen kurzfristig.

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