Atemberaubender Auftritt

Atemberaubend war der Auftritt des ukrainischen Geigers Aleksey Semenenko und der Pianistin Inna Firsova im Eröffnungskonzert des Attendorner Kulturringes zur Saison 2014.
Atemberaubend war der Auftritt des ukrainischen Geigers Aleksey Semenenko und der Pianistin Inna Firsova im Eröffnungskonzert des Attendorner Kulturringes zur Saison 2014.
Foto: WP
Der ukrainische Geigers Aleksey Semenenko und die Pianistin Inna Firsova bestritten ein atemberaubendes Auftaktkonzert der Saison 2014 des Kulturrings der Stadt Attendorn.

Attendorn..  Atemberaubend war der Auftritt des ukrainischen Geigers Aleksey Semenenko und der Pianistin Inna Firsova im Eröffnungskonzert des Attendorner Kulturringes zur Saison 2014.

Gerade erst zu Gast in der Merkin Hall in New York und in wenigen Tagen in der bereits ausverkauften Kölner Philharmonie zu hören, begann Aleksey Semenenko seine Tournee in der Reihe „Best of NRW“ am vergangenen Freitag in der Rivius- Aula in Attendorn.

Der 1988 geborene Geigenvirtuose bot den Zuhörern eine makellose und musikalisch leidenschaftliche Darbietung, wie man sie in diesen Breiten bisher noch nicht erlebt hatte. Überragend Semenenkos Fähigkeiten, das wunderbare Klangspektrum seiner Amati- Geige aus dem Jahr 1720 in allen Facetten darzubieten.

Über seine brillante Spieltechnik, insbesondere seine fantastische Bogentechnik entfaltete er seine außergewöhnliche Musikalität und Virtuosität, mit der er das Publikum restlos begeisterte. Mit unglaublicher Souveränität und Leichtigkeit präsentierte er schwierigste und geradezu akrobatische Passagen in schwindelerregenden Tempi, konzentriert mit geschlossenen Augen, zu großen Teilen auswendig spielend.

Perfekt abgestimmt mit seiner exzellenten Partnerin am Klavier, die ihn sehr ausdrucksvoll, aber auch fein nuancierend begleitete. Die jungen Künstler faszinierten nicht zuletzt durch ihre sympathische Natürlichkeit und zogen die Zuhörer sofort in ihren Bann.

Ungeheure Fertigkeiten

Schon die „Frühlingssonate“ von Ludwig van Beethoven zu Beginn des Konzerts gefiel durch die virtuosen, alternierend von Klavier und Geige vorgetragenen Themen , so insbesondere die einprägsame, schwärmerische Melodik des ersten Satzes und das schlichte Thema des lyrischen Adagios.

Endgültig in seinem Element war Aleksey Semenenko in den folgenden Paradestücken für Violine Solo. Seine Interpretation der „den Künstlern“ gewidmeten Caprice Nr. 24 von Niccolò Paganini entlockte dem Publikum ungläubiges Staunen und sichtbare Begeisterung ob des rasenden Tempos und der mit Lässigkeit dargestellten Perfektion, mit der Semenenko die technischen Höchstleistungen wie Doppelgriffsketten, Tonleitern und Arpeggien darbot. Fantastisch gespielt auch die zum schwersten Solorepertoire für Geiger gehörende Sonate Nr. 3 von Eugène Ysaye, die dem Solisten ungeheure spieltechnische Fertigkeiten und ein enormes Spektrum an Ausdruckskraft abverlangt.

Freudige Variationen

Französische Komponisten bestimmten den zweiten Konzertteil. Neben der Sonate op. 119 von Francis Poulenc zählte insbesondere„ Poème“ als das bekannteste Werk von Ernest Chausson mit zu den Höhepunkten des Konzerts. Die von der Geige allein gespielten etwas melancholischen, weiten Melodiebögen wurden von Aleksey Semenenko mit großer Intensität und langem Atem vorgetragen und schließlich leidenschaftlich fortentwickelt, hervorragend unterstützt durch die Pianistin Inna Firsova.

Anders im Charakter erklangen zum Schluss des Konzerts„ I Palpiti“, bravouröse, freudige Variationen von Paganini zu der entsprechenden Arie aus Rossinis Oper. Aufgrund des nicht enden wollenden, frenetischen Beifalls fügten die jungen Künstler ihrem in höchstem Maße anspruchsvollen Programm noch die „Melodie“ Es-Dur von Tschaikowsky als Zugabe hinzu.

 
 

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