Am besten zwei Kilometer Abstand vom Dorf

Foto: Privat / WP Meschede
Im Repetal rührt sich Widerstand gegen die geplanten Vorranggebiete für Windkraftanlagen.

Rieflinghausen.. Im Repetal rührt sich Widerstand gegen die geplanten Vorranggebiete für Windkraftanlagen. Vorgetragen werden die Einsprüche vom „Bund für ausgeglichene Entwicklung im ländlichen Raum“ (BAELR), der sich Ende der 90er Jahre gegründet hat, als schon einmal im Bereich Hofkühl Windkraftanlagen gebaut werden sollten. Die erste Vorsitzende Roswitha Remberg: „Wir haben aus der Zeitung von den Plänen davon erfahren.“ Der damals organisierte Widerstand war erfolgreich, bis heute steht kein Windrad im Bereich Hofkühl.

„Wir sind“, sagt Roswitha Remberg, „nicht grundsätzlich gegen erneuerbare Energien, aber nicht in diesem Maße, wie das hier geplant ist.“

72 Windenergieanlagen

Tatsächlich würde das obere Repetal von Bremge über Rieflinghausen, Mecklinghausen bis südlich von Helden mit Windrädern überzogen, wenn die Darstellungen im Regionalplan so Realität würden. 72 Windenergieanlagen von mindestens 210 Meter Höhe könnten nach Berechnungen des BAELR zwischen Bremge und Helden gebaut werden. „Das kann nicht sein“, fordert Roswitha Remberg. Erster Kritikpunkt:

Die Gebiete liegen zu nah an prägenden historischen Siedlungen mit zahlreichen Baudenkmälern; zu diesen sollte laut BAELR ein Mindestabstand von 1650 m eingehalten werden, besser noch ein Abstand von 2100 m.

Die Bewohner liegen mit ihren Forderungen damit deutlich über den Abständen der sogenannten „harten Tabuzonen“, die für Siedlungen lediglich einen Abstand von 400 Meter vorsehen. Die Initiative spricht von einer „Umzingelung der Ortschaften Rieflinghausen, Hofkühl, Tecklinghausen und auch Berlinghausen, Bürberg, Bremge“. Roswitha Remberg: „Für einige gefährdete Vogelarten muss ein Schutzabstand von 3000 m eingehalten werden. Wir verlangen, dass zum Schutz des Menschen ebenfalls ein Vorsorgeabstand eingehalten wird, der mindestens das 10fache der Nabenhöhe der Windenergieanlagen beträgt.“

Zwei Rotmilanpaare

Aber gut möglich, dass gefährdete Vogelarten den Repetalern in die Karten spielen. In mehreren Vorranggebieten brüten geschützte Vögel. Dazu gehören der Schwarzstorch und zwei Rotmilanpaare.

Roswitha Remberg: „Windkraftanlegen gehören nur dort hin, wo sie vertretbar und auch wirtschaftlich sind. Die hektische, nicht mehr korrigierbare Installation von Windrädern in unserem Kreis halten wir für zu kurzfristig angelegt und nicht nachhaltig.“

Der Strukturausschuss der Stadt Attendorn hat im Januar ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den „Arten und Habitatschutz“ in der Planung gewährleisten soll. Die Anfertigung dieses Gutachtens wird etwa ein Jahr benötigen.

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