Altes Forstamt hat historische Bedeutung

Olpe..  Die Position der Stadtverwaltung Olpe ist eindeutig: Für die Bauausschuss-Sitzung morgen Abend (17 Uhr) im Rathaus schlägt die Stadtspitze der Politik vor, die Forstamtsgebäude in der „Stubicke“ unter Denkmalschutz zu stellen. Jubel wird darüber beim Besitzer der Immobilie, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), wohl nicht ausbrechen. Ein Denkmal dürfte erheblich schwieriger zu verkaufen sein.

Wie Anfang 2014 berichtet, plant der Landesbetrieb Wald und Holz für das in Olpe stationierte „Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland“ einen Neubau in der Nachbarschaft, nachdem sich Anbaupläne in Kooperation mit dem BLB wegen zu hoher Kosten zerschlagen hatten.

Der BLB als Eigentümer der bisherigen Immobilie hat natürlich ein starkes Interesse daran, das alte Forstamt mitsamt den Nebengebäuden und dem rund 5 500 qm großen Grundstück zu verkaufen. Doch genau in diese „Suppe“ spuckt der Landesbehörde BLB eine andere Landesbehörde, in dem Fall das Denkmalamt in Münster.

Die Denkmalschützer mussten von der Stadt im Rahmen der Bebauungsplanänderung für den Neubau eingebunden werden. Und die Münsteraner ließen sich nicht lange bitten: Ende März inspizierte Dr. Hans Hanke die Immobilien und teilte unter anderem mit: „Denkmalwert sind das ehemalige Dienstwohngebäude und das ehemalige Kutscherhaus mit ihren jeweils unmittelbaren Anbauten,... .“

Wichtiges Belegstück

Das 1928 erbaute Forstamtsgebäude sei, so heißt es wörtlich in der Expertise „bedeutend für Olpe“,..... und „ein wichtiges Belegstück für die ...staatliche Wald- und Forstwirtschaft als wichtigem Wirtschaftsfaktor des Kreises Olpe und damit für die Funktion der Stadt Olpe als Kreisstadt.“ Soweit die Denkmalschützer, die die Stadt Olpe gebeten haben, das alte Forsthaus und das frühere „Kutscherhaus“ in die Denkmalliste der Stadt aufzunehmen. Der BLB hatte Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen und teilte unter anderem mit, dass „denkmalfachlich“ nichts gegen die Eintragung spreche. Bedenken bestünden aber aus wirtschaftlicher Sicht.

Abseits davon freuen sich die Forstbediensteten in Olpe auf ihr neues Zuhause, das eigentlich schon 2015 fertig werden sollte. Doch daraus wird nichts, u. a. wegen eines Haselmaus-Vorkommens und dem damit ausgelösten Umsiedlungsprojekt. Der Neubau wird auch nicht vom BLB übernommen und dann an den Landesbetrieb vermietet, wie Forstamtsleiter Klaus Lomnitz auf Anfrage bestätigte, sondern von einem anderen Investor - mit europaweiter Ausschreibung. Bis dahin werden die Förster also noch etwas länger in ihrem „Denkmal“ ausharren müssen.

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