34,6 Prozent für die Piraten

Peter Plugge
Vertreter aller bei der Landtagswahl am Sonntag im Kreis Olpe antretender Parteien nahmen an der Podiumsdiskussion im Attendorner St.-Ursula-Gymnasium teil.
Vertreter aller bei der Landtagswahl am Sonntag im Kreis Olpe antretender Parteien nahmen an der Podiumsdiskussion im Attendorner St.-Ursula-Gymnasium teil.
Foto: WP
326 Schüler des Attendorner St .-Ursula-Gymnasiums stimmten bei einer Podiumsdiskussion vor der Landtagswahl ab.

Attendorn. Wenn das Ergebnis der Landtagswahl in NRW am kommenden Sonntag so ausfällt wie gestern die Abstimmung im Forum der Attendorner St.-Ursula-Schulen, ginge der politische Wunsch von CDU-Kandidat Theo Kruse ganz anders in Erfüllung, als er das wohl gemeint hat.

Kruse antwortete auf die Frage, welchen politischen Wunsch ihm eine gute Fee erfüllen solle, dass er sich für Nordrhein-Westfalen eine „stabile, mit großer Mehrheit ausgestattete Regierung demokratischer Parteien“ wünsche. Die 326 „Wähler“ des St.-Ursula-Gymnasiums sahen die in einer von der Piratenpartei mit 36,6 Prozent der abgegebenen Stimmen geführten Koalition mit den Grünen (15 Prozent).

Die CDU erreichte immer noch 28,5 Prozent, während die SPD nur auf kümmerliche 11 Prozent kam. Die linke mit 4,3 und die FDP mit knapp 3,7 Prozent scheiterten an der Fünfprozent-Hürde.

Doch so wird es wohl nicht kommen. Auch wenn die Vertreter der etablierten Parteien Theo Kruse (CDU), Reinhard Jung (SPD), Fred Josef Hansen (B’90/Grüne) Joachim Hoffmann (FDP) und sogar Özlem Demirel (Die Linke) bei der Podiumsdiskussion deutlich mehr Redezeit eingeräumt bekamen als „Pirat“ Willi Hempelmann, der mit „67, gefühlten 42 Jahren“ der Senior in der Runde war.

Trotzdem konnten Kruse und Jung mit ihrem Streit darüber, wer die meisten Schulden in Bund und Land angehäuft habe und ihr Werben dafür, mit klaren Mehrheiten für Koalitionen unter der Führung jeweils ihrer Partei ab 2020 mit Schuldenabbau in Nordrhein-Westfalen beginnen zu können, bei den Gymnasiasten nicht so richtig punkten.

Sporadischen Beifall gab es eher für die Äußerungen von Pirat Hempelmann, der wie FDP Mann Joachim Hoffmann die persönlichen Freiheiten jedes Einzelnen, etwa bei der zukünftigen Gestaltung seines Lebens- und Berufswegs, hervorhob und mehr Transparenz in der deutschen Politik einforderte.

Özlem Demirel, die engagiert die Linke Wahlkreiskandidatin Tanja Losse vertrat, machte die Bankenrettung und Steuersenkungen als Schuldentreiber aus. Sie forderte ebenso wie Reinhard Jung (SPD), dass Bildung nicht abhängig vom Einkommen der Eltern sein dürfe und eine Umverteilung der Finanzlasten gemäß dem Prinzip „starke Schultern können mehr tragen als schwache“.

Der Grüne Fred Josef Hansen erhielt den meisten Beifall für seinen Feen-Wunsch, „dass jeder hier für den Rest seines Lebens viel Spaß hat und alles so wird, wie er es sich wünscht.“