Zufallsfund entlarvt verunglückte Drogenschmuggler in Mülheim

Eine Schusswaffe und Drogen fand die Polizei in dieser Tasche. Foto: Polizei
Eine Schusswaffe und Drogen fand die Polizei in dieser Tasche. Foto: Polizei
Eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei endete für drei Somalier in Mülheim vor einem Laternenmast. Der Fahrer hatte nicht nur Kokain konsumiert, sondern auch während der Fahrt eine Tasche mit mehreren Kilo Rauschgift und einer Schusswaffe aus dem Fenster geworfen. Und das ist noch nicht alles...

Mülheim. Als Drogenschmuggler entpuppten sich die drei Männer aus Somalia (26,24,31 Jahre), die in der Nacht von Montag auf Dienstag nach einer Verfolgungsfahrt auf der A 52 von Düsseldorf in Richtung Essen nach Verlassen der Autobahn in Mülheim mit ihrem Auto verunglückten.

Sie hatten die Anhaltezeichen einer Polizeistreife missachtet und prallten auf Grund stark überhöhter Geschwindigkeit auf der Kölner Straße gegen einen Laternenmast. Die Männer blieben augenscheinlich unverletzt und wurden wegen des Verdachts des illegalen Aufenthaltes mit zur Polizeiwache nach Düsseldorf genommen. Ein Drogenvortest auf Kokain verlief bei dem 26-jährigen Fahrer positiv. Im wurde eine Blutprobe entnommen.

Bei der Personenüberprüfung stellte sich heraus, dass der Fahrer des Wagens im Zusammenhang mit einem versuchten Tötungsdelikt in Norwegen mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. Zunächst schienen die Ermittlungen abgeschlossen zu sein und der Grund der Flucht im internationalen Haftbefehl und des Verdachtes des illegalen Aufenthaltes zu liegen.

Fahrer und Mittäter wurden mit internationalem Haftbefehl gesucht

Über Funk hatte ein Polizeibeamter im Nachtdienst die Verfolgungsfahrt aber mitgehört und in der Dunkelheit den Bereich der Autobahnausfahrt Breitscheid abgesucht. Auf einem Seitenstreifen fand er eine Tasche mit circa vier Kilogramm Marihuana, einem Kilogramm Amphetamin und einer scharfen Schusswaffe. Die nun in Essen fortgesetzten Ermittlungen wurden vom zuständigen Rauschgiftkommissariat 13 übernommen.

Den Beweis, dass die Tasche tatsächlich zuvor im Besitz des 26-jährigen Autofahrers gewesen sein muss, brachte eine zügig ausgewertete DNA-Spur. Der 26-Jährige und sein 31-jähriger Begleiter verweigerten die Aussage bei der Polizei. Ihr 24-jähriger Mitfahrer machte nur widersprüchliche Angaben.

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Fahrer und seine Mittäter wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Duisburg einem Haftrichter in Mülheim vorgeführt. Dieser erließ gegen die Festgenommenen Haftbefehle. Das zuständige Kriminalkommissariat ermittelt nun wegen Einfuhrschmuggels von Amphetamin und Marihuana in nicht geringen Mengen und wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.