Zu wenig Rampen an der Ruhr?

Bei den Planungen für Ruhrbania hat die Stadt Yachtclubs in NRW befragt – der Wunsch nach einem Steg war nicht dabei.
Bei den Planungen für Ruhrbania hat die Stadt Yachtclubs in NRW befragt – der Wunsch nach einem Steg war nicht dabei.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim. Wer in Mülheim mit einem Kanu, Ruder- oder Schlauchboot auf die Ruhr möchte, hat dazu keine Möglichkeit, kritisiert WAZ-Leser Oliver Beier. Was fehle, sei ein sogenannter Bootslip – eine Betonrampe, um Wassersportfahrzeuge bis zu der Größe von kleinen Motorbooten auf den Fluss zu bekommen. In den Plänen für Ruhrbania ist so etwas nicht vorgesehen.

Beier hat selbst ein Schlauchboot in der Garage und muss bis zur nächsten Rampe nach Kettwig oder Duisburg fahren. „Den Mülheimern wird ein freier Zugang auf die Ruhr verwehrt.“ Es gebe genug Leute, die mit ihren kleineren Booten gerne auf den Fluss wollen. „Wie sollen die auf die Ruhr kommen?“, fragt Beier.

Eine drei Meter breite Bootsrampe

Vorstellen könnte er sich eine drei Meter breite Bootsrampe gegenüber des alten Kaufhofgebäudes. Auch unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke gebe es dafür genug Platz, dort sei ein großer Parkplatz in der Nähe. Mit einem Bootslip hätten nicht nur Mülheimer Wassersportfreunde die Möglichkeit auf der Ruhr zu fahren, sondern so könnten auch Besucher von außerhalb ihre Kanutouren auf der Ruhr in Mülheim starten. Nicht nur aus touristischen Gründen hält Beier einen Bootslip für sinnvoll und nötig. „Sollte wirklich die Weiße Flotte bei Ruhrbania anlegen und mal in Brand geraten, könnten so viel schneller Löschboote ins Wasser gelangen.“

Stadtsprecher Volker Wiebels betont, dass die Feuerwehr in einem möglichen Brandfall in wenigen Minuten auf dem Wasser sein kann – dafür gibt es hinter der Konrad-Adenauer-Brücke und am Wasserbahnhof einen Kran, um Löschboote zu Wasser zu lassen. Eine Betonrampe sei deshalb für die Feuerwehr oder das THW nicht nötig. Ohnehin könne die Stadt nicht eigenhändig entscheiden, ob sie eine Bootsrampe baut.

Kein Wunsch nach einem Steg

Die Gewalt darüber liegt beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Duisburg. Bei den Planungen für Ruhrbania hat die Stadt beim Dachverband der Yachtclubs in ganz NRW dessen Bedürfnisse abgefragt – der Wunsch nach einem Steg war nicht dabei. „Außerdem handelt es sich beim Ruhrbania-Becken nicht um einen Hafen oder eine Marina, sondern um einen Wasser-, Wander- und Rastplatz“, sagt Wiebels. Das heißt: Boote sollen dort nicht ins Wasser gelassen werden und nicht länger als einen Tag dort verweilen.

Um Kanus oder Schlauchboote auf die Ruhr zu bekommen, gebe es in Mülheim genug Möglichkeiten, sagt Hermannn Winters, der Vorsitzende des Mülheimer Yachtclubs. Unter anderem oberhalb und unterhalb der Schleuse oder kurz hinter der Jugendherberge. Nur für kleine Motorboote sei keine Rampe an der Ruhr vorhanden.

 
 

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