Zimmer in der alten Weberei in Aussicht

Die Troostsche Weberei und das Tudorhaus sind weiter verfallen.
Die Troostsche Weberei und das Tudorhaus sind weiter verfallen.
Foto: WAZ FotoPool
17 Wohnungen sollen in den drei Gebäuden der Troost’schen Weberei entstehen. In den Grundzügen erhalten bleibt aber nur das Kutscherhaus. Die ersten Pläne des Investors stießen in der Politik auf Kritik. Nun hat er nachgebessert.

Mülheim.. Der erste Entwurf, den das im niederrheinischen Rheinberg ansässige Immobilien Unternehmen von Markus Pionke für das ehemalige Weberei-Gebäude präsentierte, war bei der Politik auf ziemlich einhellige Kritik gestoßen. Nun hat der Investor nachgebessert, sieht aber wohl selbst noch weiteren Verbesserungsbedarf, denn was der Politik im Planungsausschuss präsentiert wurde, soll der Öffentlichkeit noch vorenthalten bleiben. Man sei noch nicht so weit, hieß es auf Anfrage. Begeistert zeigte sich Claus Schindler von der SPD noch immer nicht und sprach von einem Kompromiss („Kein großer Wurf“). Ohne großzügige Balkone in Richtung Thyssen-Teich wären die dort geplanten Eigentumswohnungen wohl nicht zu verkaufen. Doch im Gesamteindruck wirkt die Südseite in Richtung Ruhr doch eher behäbig und wuchtig.

Da die Bausubstanz vom Eigentümer, der vereinigten Thyssen Stiftung viele Jahre lang vernachlässigt wurde, führt hier an einem Abriss kein Weg vorbei. Die Weberei soll in historisierender Bauweise nachgebaut werden, nur die Südfassade kann der Investor frei planen, sofern er dafür grünes Licht erhält. Um dem Denkmalschutz, den zuletzt das Verwaltungsgericht in Düsseldorf bestätigt hatte, Rechnung zu tragen, hat die Verwaltung nach langem Ringen das Verfahren mit einem Bebauungsplanverfahren und städtebaulichen Vertrag gewählt. Immerhin handelt es sich bei der Troost’schen Weberei um die Wiege der Industrialisierung der Stadt. Vom Tudorhaus, dem Wohnhaus der Familie Troost, sollen immerhin drei Außenmauern im Original erhalten bleiben. Abgerissen wird hier die östliche Fassade, wo ebenfalls Terrassen und Balkone vorgesehen sind. Auch die Fläche zwischen den Türmchen auf dem Dach wird bebaut. Neben das Gebäude wird dann eine Garage gesetzt. In den Grundzügen unverändert erhalten bleiben soll das Kutscherhaus. Vorgesehen sind hier 17 große Wohnungen.

Anfang des Jahres bereits informierte die Verwaltung die Anwohner die Planung, dann wurden Behörden beteiligt, zahlreiche Gutachten auf Kosten des Investors in Auftrag gegeben und die Pläne ausgelegt. Einige Anregungen griffen die Stadtplaner auf. Unbefriedigend bleibt für die Anwohner die Verkehrserschließung.

Ein weiterer Punkt ist der Schutz des Thyssenparks. Abgesehen von einer Ausdünnung des Gebüschs vor der Weberei seien keine Fällungen vorgesehen. Befürchtungen zerstreute Dezernent Peter Vermeulen. Die Eigentümer des Parks werden ein waches Auge auf den Fortgang der Bauarbeiten richten.

 
 

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