Zentraler Ort für VHS

Kulturdezernent der Stadt Mülheim: Ulrich Ernst.
Kulturdezernent der Stadt Mülheim: Ulrich Ernst.
Foto: WAZ FotoPool
Ulrich Ernst schrieb rund 1700 Bürger an, die für den Erhalt der VHS am Standort unterschrieben hatten. Er erläutert seine Sicht der Dinge. Kritik kommt von den MBI

Mülheim. Einen langen Brief von Kulturdezernent Ulrich Ernst erhielten jetzt rund 1700 Mülheimer – nämlich all jene, die auf die ersten Unterschriftenliste des VHS-Förderkreises ihren Namen gesetzt hatten und sich für den Erhalt der VHS am jetzigen Standort aussprachen.

In seinem Schreiben verdeutlicht Ernst seinen Standpunkt zur VHS, er wolle „die kursierenden Falschinformationen“, die „von interessierter Seite wider besseren Wissens in die Welt gesetzt wurden“, richtigstellen. „Aus meiner Sicht muss es für das VHS-Angebot einen zentralen Ort in der Stadt geben, eine Aufteilung auf die Stadtteile halte ich nicht für sinnvoll“, so der Dezernent. Es müsse aber auch einige Kurse in Vororten geben.

Pläne hängen von Sparkassenakademie in Mülheim ab

Ein Zukunftskonzept für die VHS soll gestrickt werden, wenn der neue VHS-Leiter eingestellt ist. Der wird nach fast zweijähriger Vakanz der Stelle jetzt gesucht. Denn: Die Idee der regionalen Kooperation der Volkshochschulen Oberhausen, Essen, Mülheim ist wohl gestorben. „Die politische Bereitschaft dazu war in den anderen zwei Städten nicht da“, sagt Ernst.

Klären wird sich wohl am Donnerstag, ob die Sparkassenakademie in Mülheim angesiedelt wird. Davon abhängen werden die Pläne für die VHS. Kommt die Akademie an die Bergstraße, muss, so Ernst, „kurzfristig für zwei bis drei Jahre eine Interimslösung und dann ein endgültiger Standort für die VHS her“. Kommt sie nicht, „müssen wir abwarten, welche Prioritäten die Politik bei den konkurrierenden Investitionskosten setzt“. Neben 10 bis 16 Mio Euro, die für die VHS errechnet wurden, kämen weitere Investitionen für Otto Pankok-Gymnasium, Wennmann-Bad, Schulzentrum Saarn, Museum, . . . hinzu (insgesamt 85 bis 150 Mio.) „Wir können nicht alles haben, dafür reicht das Geld keinesfalls.“ Sollte die Politik sich gegen Investitionen ins VHS-Haus entscheiden, müsse „in zwei, drei Jahren ein anderer endgültiger Standort für die VHS gefunden werden“.

Antwort auf seinen Brief hat der Dezernent schon bekommen. Lothar Reinhard (MBI) und das Ehepaar Grell zweifeln die angegebenen Investitionskosten für die Sanierung der VHS an, drei Mitglieder der Bürgerinitiative für den Erhalt der VHS in der Müga haben Anträge auf Einsicht in das Sanierungsgutachten gestellt. Man moniert zudem, dass das Gutachten zur VHS vom gleichen Architekten ist wie der Entwurf für die „Akademie am Schloss“. Fragen, bei denen Ernst auf den Immobilienservice verweist. Warum man noch kein Alternativgebäude für die VHS gesucht hat? „Wir wollten erst mal das Gesamtpaket der notwendigen Investitionen vorlegen“, so Ernst.

 
 

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