Wodo lässt die Puppen pupsen

Ostersonntag und - montag wird das Puppentheater im Ringlokschuppen zur Olchi-Höhle.
Ostersonntag und - montag wird das Puppentheater im Ringlokschuppen zur Olchi-Höhle.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Klein, grün, dicknasig und im Abfall zu Hause: Das sind, für Fans keine Frage, die „Olchis“, denen das Wodo Puppenspiel seine nächste Premiere widmet. Die nunmehr 58. des erfahrenen Figurentheaters. Ostersonntag taucht die anarchische Bande erstmals vor Publikum im Ringlokschuppen auf.

Mehr als 20 Olchi-Bücher aus der Schreib- und Zeichenstube von Erhard Dietl sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten erschienen. Zum Leserkreis gehörten auch die inzwischen erwachsenen Kinder des Mülheimer Puppenspielerpaares Wolfgang Kaup-Wellfonder und Dorothee Wellfonder, kurz: Wodo. Doch als Bühnenstoff gefielen die rülpsenden, pupsenden, fluchenden Geschöpfe den Eltern lange nicht.

Der Eingriff des Babysitters

„Die Geschichten konnte man schlecht umsetzen“, meint Wolfgang Kaup-Wellfonder, „sie erschienen uns zu einseitig.“ Eher zufällig stießen sie dann auf den 2005 erschienenen Band „Wenn der Babysitter kommt“, in dem eine zusätzliche Figur hinzutritt, die sich an den Olchis reibt, und zugleich eine weitere Ebene ins Spiel kommt. Diese Story wählte Wodo als neues Stück, baute die beiden Olchi-Kinder und das Baby, an deren Vorlieben (Reißnägel essen, matschen) die angeheuerte Aufsichtsperson verzweifelt. Die Höhle auf der Müllkippe von Schmuddelfing wurde mit Hilfe zweier Ölfässer, einer Abfalltonne und ausgedienter Plastikverpackungen eingerichtet.

Die Handlung dürfte Kindern bis zum Grundschulalter spontan zusagen: „Die Olchi-Geschwister wehren sich gegen den Eingriff der Babysitterin“, sagt Dorothee Wellfonder. Das Baby bekommt Schreianfälle und bunte Punkte beim Versuch, es zu baden. „Sie verkörpern eine andere Lebensform – halten zusammen und wehren sich. Sind aber nicht unsozial.“

"Unsere letzten Heimspiele waren super besucht"

Ursprünglich sollte die neue Inszenierung schon eine Woche zuvor über die Bühne gehen, doch die Puppenspieler waren im März so gut gebucht, so beschäftigt, dass daraus nichts wurde. Mit der Premiere auf das Osterwochenende zu gehen, finden sie selber nicht optimal: „Viele Familien verreisen, das haben wir auch schon gemerkt.“ An den bislang nur wenigen Kartenreservierungen, wo es doch eigentlich schon seit dem Herbst hervorragend laufe: „Unsere letzten Heimspiele waren super besucht“, auch auswärts waren viele Vorstellungen ausverkauft, zuletzt am Dienstag in der Düsseldorfer Stadtbibliothek. Nun hoffen die Figurenkünstler, noch Premierenpublikum mobilisieren zu können. Der Wetterbericht für Ostern spricht dafür.

Blättert man im Kalender um einen Monat weiter, bis Anfang Mai, wird es im Parterre des Ringlokschuppens wohl auch wieder Gastronomie geben, statt nur verschlossener, dunkler Räume. Dass dort ein Lokal namens „Jedermann“ eröffnet, erfuhr das Wodo-Gespann aus der Zeitung und freut sich: „Endlich. Wir haben großes Interesse daran, dass der Ringlokschuppen sich belebt. Und wenn man hier wieder etwas zu essen bekommt, müssen wir zu Hause nicht selber kochen.“

Wodo Puppenspiel ist jetzt auch bei Facebook

Premiere feiert „Die Olchis: Wenn der Babysitter kommt“ am Ostersonntag, 8. April, um 15.30 Uhr im Ringlokschuppen. Ostermontag zur selben Zeit wird das Stück erneut gezeigt. Karten gibt es für 4 Euro pro Person unter www.wodo.de oder Tel. 0170 / 26 11 400. Seit etwa drei Wochen ist das Wodo Puppenspiel übrigens auch bei Facebook angemeldet. „Als Kinder- und Familientheater müssen wir dort vertreten sein“, meint Wolfgang Kaup-Wellfonder und lacht: „Die Eltern werden schließlich immer jünger...“

 
 

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