„Wir sind die Festivalretter“

Björn Bowinkelmann
Jugendstadtratsmitglieder Linda Clanen, Illya Trubman, Roman Müller-Böhm
Jugendstadtratsmitglieder Linda Clanen, Illya Trubman, Roman Müller-Böhm
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA
Zu Gast bei der WAZ: Drei Mitglieder des aktuellen Jugendstadtrats reden kurz vor den Wahlen über ihre ersten Erfahrungen und Erfolge in der Politik.

Mülheim. Die Wahl zum vierten Jugendstadtrat steht bevor. Vom 5. bis 16. November können Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren bestimmen, wer ihre Interessen gegenüber der Mülheimer Politik vertreten soll. Linda Claßen (20), Illya Trubmann (17) und Roman Müller-Böhm (19) sind im bestehenden Jugendstadtrat und haben mit uns über ihre ersten Erfahrungen auf der politischen Bühne gesprochen.

Hattet Ihr Angst vor dem Einstieg in die Politik?

Illya: Meine größte Angst war am Anfang, dass ich gar nicht reingewählt werde. Ich bin in die 8. Klassen meiner Schule (Karl-Ziegler-Schule) gegangen und habe mit den Schülern über den Jugendstadtrat diskutiert, mich vorgestellt und ihnen die Wahl erklärt. Als ich 2010 dann in den Jugendstadtrat kam, war die Angst vorbei.

Seid Ihr angetreten, um etwas Konkretes zu verändern?

Roman: Mich hat gestört, dass für Jugendliche in der Innenstadt nach 18 Uhr tote Hose herrscht. Es fehlt einfach eine Systemgastronomie auf der Schloßstraße, die Jugendliche anspricht.

Nicht alles ist innerhalb von zwei Jahren machbar

Und, hast Du etwas daran ändern können?

Roman: Ich musste feststellen, dass so etwas in der Politik nicht in zwei Jahren machbar ist. Solche Sachen müssen wahrscheinlich über mehr als ein Jahrzehnt entwickelt werden.

War das nicht ernüchternd?

Illya: Roman hat halt ein Großprojekt vorgeschlagen. Kleinere Projekte schafft man auch in zwei Jahren, wie der Bus für Jugendliche bei der Nacht der Museen. Jeder Jugendliche konnte zu den Museen mitfahren und im Bus gab es eine Party.

Der Jugendstadtrat ist mächtig

Wie viel Macht hat der Jugendstadtrat?

Illya: Ich denke, dass er sehr mächtig ist. Wenn man ein vernünftiges Projekt realisieren will und die Politiker stellen sich dabei gegen den Jugendstadtrat, würden sie schnell ihr Gesicht verlieren.

Was war der wichtigste Antrag, den Ihr eingereicht habt?

Linda: Der Antrag zum Ruhr-Reggae-Summer. Wir haben das Festival gerettet. Ohne den Jugendstadtrat gäbe es das Festival nicht mehr.

Was wollt Ihr den Kandidaten für den nächsten Jugendstadtrat mit auf den Weg geben?

Linda: Jeder kann was ändern, auch in der Politik. Und: Politik macht Spaß!

Roman: Durchhaltekraft. Auch wenn man nicht direkt Erfolg hat, lohnt es sich, dran zu bleiben.