WGI fordert Belebung des Rathaus-Markts in Mülheim

Für viele Einzelhändler ist der Platz vor dem historischen Rathaus künftig erst recht der ideale Standort für einen Markt. Bild: Archiv, Ilja Höpping
Für viele Einzelhändler ist der Platz vor dem historischen Rathaus künftig erst recht der ideale Standort für einen Markt. Bild: Archiv, Ilja Höpping
Foto: WAZ

Mülheim.. Geschichten wie jene vom auswärtigen Kunden, der eine halbe Stunde mit dem Wagen durch die Innenstadt irrte, ohne sein Einkaufsziel zu erreichen, sind für die Einzelhändler Horrorgeschichten. Vor allem deshalb, weil sie nach wie vor einen wunden Punkt der Innenstadt treffen: „Die Erreichbarkeit muss besser werden, die Ampelschaltungen müssen besser abgestimmt, straffer sein“, betont der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Innenstadt (WGI) Hermann-Josef Pogge. Man wolle sich nicht mehr damit abspeisen lassen, dass dies technisch nicht machbar sei.

„Schlimm-City“ ein kaum gut zu machender Fehler

Die Erreichbarkeit ist aus Sicht der Einzelhändler keineswegs nur ein verkehrstechnisches Problem, sondern auch ein psychologisches: „Wenn alles mal wieder gut läuft, muss sich dies auch in den Köpfen der Menschen festsetzen“, sagt Rudolf Hermes und denkt an die Zeit nach Abschluss der Umbauarbeiten an der Verkehrsführung. Es ist eine Imagefrage, an der die WGI arbeitet. Sie weiß, wie schnell sich eine Meinung, ein Bild in Köpfen festsetzt.

Auch deshalb war für sie der Slogan „Schlimm-City“ für die Kulturaktion in der Innenstadt ein kaum gut zu machender Fehler, weil jenes Wort einprägsam sei und bereits auswärts für Mülheim genutzt werde. Ein Eigentor der üblen Art, so sieht es die WGI, die betont, dass sie Kultur in der Innenstadt durchaus als Bereicherung sehe, aber bitte auch positiv verpackt. Die kreative Schaufensteraktion im Herbst habe gezeigt, wie man etwas gut mache.

Die Werbegemeinschaft ist hoffnungsvoll

Die Werbegemeinschaft blickt insgesamt auf ein gutes Jahr zurück, quasi aus dem Nichts hat sie sich wiederbelebt. Der Vorstand um Hermann-Josef Pogge, Frank Prümer, Jürgen Bosch und Rudolf Hermes hat fast jedes Geschäft aufgesucht, sich Sorgen und Wünsche angehört, Zuversicht verbreitet: Gemeinsam können wir die Innenstadt attraktiver, belebter machen und die Vorzüge gerade in den Seitenstraßen herausheben. Die Innenstadt, so der Vorstand, dürfe nicht auf die Leerstände an der Leineweber reduziert werden, das wäre ein schiefes Bild.

120 Mitglieder zählt die WGI heute, eine Vervierfachung innerhalb eines knappen Jahres. Dabei habe man nicht nur den klassischen Einzelhändler im Erdgeschoss angesprochen, sondern sei auch zu den Selbstständigen in die oberen Etagen gegangen, habe mit den Hauseigentümern geredet und auch die, so Hermes, zeigten ein großes Interesse daran, dass es mit der Innenstadt wieder aufwärts gehe. Gerade das stimmt die Werbegemeinschaft hoffnungsvoll.

Guter und reger Austausch

Die Verkehrsführung, das ergaben all die Gespräche, wurde von vielen als Schwachpunkt angesehen, wobei, so Bosch, es keinen einheitlichen Lösungsvorschlag gebe. Auch die Parkgebühren sind in der Kritik, die WGI hält es für einen Fehler, im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Gebühren erhöht zu haben.

Mit Stadtverwaltung, Politik und der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH finde inzwischen ein guter und reger Austausch statt, lobt Pogge. An die Politik trägt die WGI den Wunsch heran, den Rathausmarkt wieder zum klassischen Marktplatz zu machen. Vor dem „wunderschön sanierten historischen Gebäude“ und in direkter Nachbarschaft zum neuen Quartier am Fluss sei dies der ideale Ort für einen Markt.

"Einen besseren Ort für Kommunikation gibt es in Mülheim nicht“

Es wäre ein Zurück in alte Zeiten und zugleich ein Fortschritt, weil dann endlich auch die Markthändler wieder einen sicheren Standplatz hätten. „Eine bessere Platzkulisse, einen besseren Ort für Kommunikation gibt es in ganz Mülheim nicht“, ist der Vorstand sicher und fordert, dass dieses Thema möglichst zügig von Rat und Verwaltung aufgegriffen werde.

Der Markt müsse in jeder Hinsicht Qualität bieten, auch in der äußeren Aufmachung, so die WGI. Dass die Mülheimer bereit sind, für Gutes auch gutes Geld auszugeben, daran zweifeln sie nicht – in der Stadt mit der zweithöchsten Kaufkraft im ganzen Land.

 
 

EURE FAVORITEN

Känguru-Baby Lizzy verzückt den Zoo Duisburg

Do, 19.07.2018, 13.49 Uhr
Beschreibung anzeigen