Wenn Feuerwerk zum Störfall wird

Das neue Jahr war noch nicht so alt, da ist einer Anwohnerin aus Holthausen das erste Feuerwerk aufgefallen. Ihrer Ansicht nach brauchte es außerhalb von Silvester gar keine Knallerei zu geben, sie fühlt sich davon belästigt. „In den Sommermonaten“, ist der Mülheimerin aufgefallen, „gibt es fast an jedem Freitag und Samstag irgendwo in der Stadt ein Feuerwerk.“

Der Eindruck könnte stimmen: Insgesamt 52 Feuerwerke gab es im vergangenen Jahr, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Auch Stadtsprecher Volker Wiebels hat den Eindruck, dass es mehr wird, wenn schon für beinahe jede Abifeier ein Feuerwerk abgebrannt wird. Als originelles Geschenk sind Feuerwerke ebenfalls beliebt. Jedenfalls kennt die Stadt solche Beschwerden der Bürger „und das zeigt ja, dass viele Leute es als unangenehm empfinden.“

Die Stadtverwaltung muss die meisten Feuerwerke gar nicht genehmigen. Von den 52 Feuerwerken wurden 50 von zertifizierten Pyrotechnikern gemacht, so Wiebels. Die müssen das Feuerwerk etwa 14 Tage vorher beim Ordnungsamt anzeigen, das dann Polizei, Feuerwehr, Bezirksregierung informiert. „Zertifizierte Pyrotechniker wissen, was sie dürfen und was nicht“, so Wiebels. Etwa, dass keine Raketen neben Kranken- oder Senioreneinrichtungen abgeschossen werden dürfen, und dass das späteste Feuerwerk um 22.30 Uhr beginnen und um 23 Uhr beendet werden muss. Bei Feuerwerken in Sommern mit erhöhter Waldbrandgefahr werde ein Pyrotechniker über die Stufe der Gefahr informiert. Genehmigungspflichtig gegen Gebühr ist aber jede private Ballerei (ohne Fachmann) außerhalb von Silvester, und dafür müsse immer ein Grund vorliegen, etwa eine Hochzeit.

Die Stadt weiß um die Problematik. „Wir wissen im Moment noch nicht, wie wir das rechtlich deckeln sollen“ so Wiebels. Für 2014 sind jetzt schon drei Feuerwerke angezeigt worden.

 
 

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